Glukosetoleranz

(lat. tolere = Ertragen, Erdulden, Aushalten) Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Glukosetoleranz „Verträglichkeit von Traubenzucker“. Gemeint ist die Fähigkeit auf Zufuhr einer bestimmten Menge von Glukose nicht mit einem übermäßigen Anstieg des Blutzuckers zu reagieren. Die Prüfung der Glukosetoleranz erfolgt durch den sogenannten Glukosetoleranztest. Glukosetoleranztest: Ziel der Untersuchung ist es, zu überprüfen, ob die Zufuhr einer genau festgelegten Menge Traubenzucker zu einem übermäßigen Blutzuckeranstieg führt, d.h. die Glukose nicht in erforderlichem Maße verarbeitet werden kann (z.B. bei Vorliegen eines Insulinmangels). Am geläufigsten ist der sogenannte orale Glukosetoleranztest bei dem der Patient 75 g Glukose als Sirup trinkt (nach WHO). Zur Bewertung des Testes ist vor allem der Blutzuckerwert 2 Stunden nach Untersuchungsbeginn wichtig. Eine Glukosetoleranzstörung wird angenommen, wenn der Blutzucker 2 Stunden nach Testbeginn noch über 140 mg/dl liegt. Ein Blutzuckerwert über 200 mg/dl deutet auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus hin. Läßt sich bereits aufgrund erhöhter Blutzuckerwerte (Nüchternwerte mehrfach über 110 mg/dl (Nüchtern-Glukose in kapillarem Vollblut), Blutzucker im Tagesverlauf über 200 mg/dl (kapillares Vollblut) bzw. durch den Nachweis von Zucker oder Acetonausscheidung im Urin die Diagnose Diabetes mellitus eindeutig stellen, so erübrigt sich ein Glukosetoleranztest, da hierdurch eine unnötige Blutzuckererhöhung eintreten würde. Damit der Test korrekt abläuft, müssen verschiedene Vorbedingungen erfüllt sein: kohlenhydratreiche Kost 3 Tage vorher, Absetzen verschiedener Medikamente (unter Umständen auch der Pille).

Nicht aus jeder Glukosetoleranzstörung entwickelt sich zwangsläufig auch ein Diabetes mellitus. Man kann aber davon ausgehen, dass bei gestörter Glukosetoleranz die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Diabetes mellitus entwickelt, um den Faktor 10 höher liegt, als bei normaler Glukosetoleranz.