Gegenregulation

Wichtiger Regulationsmechanismus mit dem Ziel, bei Auftreten von Unterzuckerung (Hypoglykämie) einen möglichst raschen Wiederanstieg des Blutzuckers zu erzielen. Unterzuckerung ist für den Organismus ein gefährlicher Zustand, den er so rasch wie möglich zu beenden sucht. Die Gegenregulationsmaßnahmen bestehen im wesentlichen im Freisetzen mehrerer Hormone, die verschieden wirken, aber alle das Ziel haben, den Blutzucker anzuheben. Das wichtigste Hormon ist Glucagon, das über eine Spaltung von Glykogen (Glykogenolyse) Glukose freisetzt. Ansonsten sind an der Gegenregulation noch Wachstumshormon, Cortisol sowie Adrenalin beteiligt. Die letzteren beiden Hormone sorgen auch für die subjektiven Nebenwirkungen der Unterzuckerung wie Herzklopfen, Zittern, Schweißausbruch. Die Gegenregulation ist eine „ungezielte Maßnahme“. Für den Organismus ist allein entscheidend, dass der Blutzucker ansteigt, eine Begrenzung nach oben ist aber nicht vorgesehen. So kann es durchaus vorkommen, dass nach Hypoglykämien als Folge der Gegenregulation sehr hohe Blutzuckerwerte erreicht werden (Somogyi-Effekt). In einigen Fällen reichen die gegenregulatorischen Maßnahmen aber nicht aus, eine schwere Unterzuckerung mit Bewußtseinsverlust zu vermeiden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn durch mehrere vorangegangene Unterzuckerungen die „Zuckervorräte“ (Glykogenspeicher) aufgebraucht wurden.