Kategorie-Archiv: M

Myokardinfarkt

= Herzinfarkt. Infarkt bedeuet Untergang von Gewebe, im obigen Fall von Herzmuskelgewebe. Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn infolge eines plötzlich einsetzenden Verschlusses eines Herzkranzgefäßes (z.B. durch ein Blutgerinnsel) Teile des Herzmuskels nicht mehr mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt werden. Verursacht werden Myokardinfarkte meistens durch Verkalkungen der Herzkranzgefäße, da diese ihrerseits schon eine Verkleinerung des Gefäßquerschnittes mit einer Minderdurchblutung des Herzmuskels zur Folge haben. Durch eine Rauhigkeit der Oberfläche setzen sich kleine Gerinnsel (Thromben) in verkalkten Gefäßen wesentlich einfacher ab, als an glatten Gefäßwänden, woraus letztlich ein totaler Gefäßverschluß und damit ein Myokardinfarkt resultiert.

Mykose

Krankheit, die durch Pilze hervorgerufen wird.

Mortalität

= Sterblichkeit. Im Hinblick auf eine bestimmte Krankheit bezeichnet der Begriff Mortalität die Rate an Todesfällen in Prozent im Bezug auf die Gesamtzahl der Erkrankungen.

Monosaccharid

Einfacher Zucker, bestehend aus einer „Zuckereinheitv im Gegensatz zu den Disacchariden, die aus zwei Zuckereinheiten bestehen. Bekanntestes Monosaccharid ist die Glukose = (Traubenzucker).

Mody

Maturity-Onset Type Diabetes in Young People = frühzeitiges Auftreten eines nicht insulinabhängigen Diabetes („Erwachsenen-Diabetes“) im Jugendalter. Normalerweise tritt der Diabetes im Jugendalter nur als insulinabhängiger Typ-1-Diabetes in Erscheinung. Sehr selten wird aber auch bei Jugendlichen das Auftreten von Typ-2-Diabetes, also des insulinunabhängigen Diabetes beobachtet. Eine dieser Formen ist der Mody-Diabetes, der in der Regel zumindest in der ersten Phase einen sehr milden Verlauf zeigt. Die Krankheitsdauer bis zur Insulinpflichtigkeit kann Jahrzehnte betragen. Zur Abgrenzung von anderen Formen des Typ-2-Diabetes mit Auftreten im Jugendalter ist für den Mody wichtig, dass er mit normalem Körpergewicht einhergeht und typischerweise vererbt wird.

Mikrofilament

Instrument zur Fußuntersuchung auf Nervenschädigung. Es besteht aus einer Kunststofffaser, die senkrecht auf eine bestimmte Stelle an der Fußsohle aufgesetzt wird. Mit dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob möglicherweise eine Nervenschädigung vorliegt.

Mikroangiopathie

Veränderungen an kleinen Blutgefäßen infolge längerbestehendem Diabetes. Besonders gut, weil vom Augenarzt leicht einsehbar, lassen sich diese Gefäßveränderungen an den Gefäßen der Netzhaut (= Retina) nachweisen. Die diabetische Mikroangiopathie beschränkt sich aber nicht nur auf die Netzhaut (diese ist nur das „Schaufenster“), sondern auf alle kleinen Gefäße des Körpers. Neben der Retinopathie sind die diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung) und wohl auch die Neuropahtie (Nervenerkrankung) wichtige Erscheinungsformen der Mikroangiopathie. Die kleinen Blutgefäße, die im Sinne einer Mikroangiopathie verändert sind, zeigen typische Veränderungen: durch Schwellung der Gefäßinnenhaut kommt es zu einer Verkleinerung des Gefäßdurchmessers und damit zu einer Minderdurchblutung, stellenweise auch zu einem Gefäßverschluß. Diese Gefäßverschlüsse führen natürlich zu einer Minderversorgung der Gewebe mit Blut und damit zu einem Sauerstoffmangel. Zur Verbesserung dieser Situation versucht der Organismus Abhilfe zu schaffen, allerdings mit unzureichenden Mitteln: Es kommt zu Neusprossungen von Gefäßen, die bedauerlicherweise zur Blutversorgung ungeeignet sind, und zudem Schwachstellen (Ausbuchtungen, Mikroaneurysmen) enthalten, die andererseits zu Blutungen führen können. Gefäße, die im Sinne einer Mikroangiopathie verändert sind, zeigen sich als vermehrt durchlässig, so dass durch die Gefäßwand verschiedene Stoffe wie Fette und Eiweiß im Gewebe abgelagert werden. Die Ursache der Mikroangiopathie ist bis heute nicht ausreichend erforscht. Gute Ansätze zur Erklärung bietet die Sorbit-Theorie. Sorbit entsteht aus Glukose und zwar in umso größerer Menge, je höher der Blutzucker liegt. Vom Sorbit weiß man, dass es zu Zellschwellungen führen kann. Dies sind Veränderungen, die am Beginn der Entwicklung einer Mikroangiopathie stehen. Aufgrund dieses Konzeptes wäre eine Behandlung der diabetischen Mikroangiopathie, die die Vermeidung der Umwandlung von Glukose zu Sorbit als Grundlage hat, durchaus sinnvoll. Untersuchungen dieser Art laufen derzeit. Unabhängig davon weiß man bereits heute, dass eine gute Diabeteseinstellung Sekundärkomplikationen verhindert, bzw. ihre Entstehung zeitlich verzögern kann. Auch hier kann die Sorbit-Theorie als Erklärung herangezogen werden: je niedriger der Blutzucker, um so geringer die Umwandlungsrate in Sorbit.

Mikroaneurysma

Umschriebene Wandausbuchtung an kleinen Gefäßen. Ursache dieser Gefäßveränderungen, die im Rahmen einer Mikroangiopathie beobachtet werden, ist eine Schwäche der Gefäßwand als Folge einer Verminderung, der die Gefäßwand stützenden Bindegewebszellen (Perizyten). Mikroaneurysmata können zu deutlichen Einblutungen, insbesondere im Bereich der Netzhaut (Netzhautblutung) führen.

Mikroalbuminurie

Ausscheidung geringer Mengen von Albumin im Urin. Albumin ist ein Eiweißstoff, der in der Leber gebildet wird und den größten Teil des Gesamteiweißes im Blutplasma ausmacht. Bei Nachweis von 20 bis 200 mg/l spricht man von Mikroalbuminurie, über 200 mg/l von Makroalbuminurie. Eine Mikroalbuminurie beim Diabetiker zeigt eine bestehende Nierenschädigung an und muß entsprechend behandelt werden.

Mikraltest

Urintest zum Nachweis von geringen Mengen Albumin (einem Eiweißkörper). Mit diesem Test können bestehende Nierenschäden beim Diabetiker relativ früh erkannt und damit behandelt werden (siehe auch Mikroalbuminurie). Der Mikraltest wird an 3 unterschiedlichen Tagen vom Morgenurin durchgeführt. Für einen positiven Nachweis von Mikoralbumin muß der Test mindest 2 mal positiv sein.