AND BVND
News Ärzte Selbsthilfe Information Patienten Apotheker Marktplatz Shop

Home Inhaltsübersicht Neue Seiten Foren Kontakt Newsletter Partner Fachkreise

 Standort: Startseite » News » Nachrichten

Aktion "Unite for Diabetes"
UN-Resolution angestrebt

"Nichts zu tun ist keine Option", postuliert die International Diabetes Federation (IDF) und fordert weltweite Aufmerksamkeit für "eine der größten Gesundheitskatastrophen, die die Welt je gesehen hat".

Aufwachen und handeln heißt die Devise der International Diabetes Federation (IDF). Mit "Unite for Diabetes" richtet sich die IDF an alle Regierungen, um das erste Ziel ihrer neuen Kampagne zu erreichen: Aufmerksamkeit auf den alarmierenden weltweiten Anstieg der Diabeteserkrankungen zu richten und die Regierungen zur Unterstützung einer UN-Resolution für Diabetes zu ermutigen. Diese soll am Weltdiabetestag 2007 verabschiedet werden.

Erklärtes Ziel ist es, den Regierungen die dramatischen ökonomischen und sozialen Kosten vor Augen zu führen, denn in vielen Ländern droht die Krankheit ökonomische Erfolge zu untergraben.

Neue Daten der IDF belegen, dass weltweit mehr als 230 Millionen Menschen, das sind fast 6% der Weltbevölkerung, an Diabetes mellitus erkrankt sind. Somit wurde laut IDF die Bedrohung durch Diabetes bislang unterschätzt. In weniger als 20 Jahren wird mit einem Anstieg der Prävalenz auf 350 Millionen Menschen gerechnet - sofern nicht gegengesteuert wird.

"Alle zehn Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Diabetes", sagte Prof. Martin Silink, gewählter IDF-Präsident. Die Sterberaten werden innerhalb der nächsten Dekade voraussichtlich um 25% steigen. Nach Angaben der WHO könnte die globale Lebenserwartung durch die Erkrankung Diabetes mellitus erstmals seit 200 Jahren sinken. "Diabetes ist eine der größten Gesundheitskatastrophen, die die Welt je gesehen hat", urteilte Silink. "Die Diabetes-Epidemie wird die Ressourcen der Gesundheitssysteme erdrücken, wenn die Regierungen jetzt nicht aufwachen und handeln."


Höchste Prävalenzen in Entwicklungsländern

Inzwischen steigen die Diabetes-Inzidenzen und -Prävalenzen in Entwicklungsländern schneller als in höher entwickelten Ländern. Von den zehn Staaten mit den höchsten Diabetes-Prävalenzen liegen sieben in Entwicklungsländern. Diese Daten stammen aus der dritten Auflage des Diabetes-Atlas, der derzeit gedruckt wird. Die IDF prognostiziert, dass im Jahr 2025 fast 80% aller Diabetesfälle in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu finden sein werden. Grund dafür seien nach neueren Erkenntnissen neben den schnellen Veränderungen der Umweltbedingungen, z.B. durch die immer häufigere urbane Lebensweise, vor allem auch genetische Aspekte. So steigt bei vielen Asiaten inzwischen der viszerale Fettanteil rapide an. Ein BMI von 22, der bei Europäern geradezu als ideal anzusehen ist, muss anscheinend in vielen Entwicklungsländern, bedingt durch unterschiedliche genetische Prädispositionen, bereits als Übergewicht gewertet werden - mit den entsprechenden negativen Folgen, erläuterte Silink.

Silink: "Unterstützen Sie unsere Kampagne!"

Die Idee zur UN-Resolution stammt ursprünglich von der 20-jährigen Clare Rosenfeld, einer engagierten IDF-Botschafterin. Die Typ-1-Diabetikerin reiste 2004 für den IDF durch mehrere Entwicklungsländer, darunter auch Tansania. "Ich sah Dinge, die es 80 Jahre nach Entdeckung des Insulins nicht mehr geben sollte", berichtete Rosenfeld während einer IDF-Pressekonferenz im Rahmen der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in Washington.

"Es war schon lange mein Traum, die internationale Diabetesgemeinschaft dazu zu ermutigen, in einer gemeinsamen Aktion die Aufmerksamkeit der Führenden dieser Welt auf den Diabetes zu lenken." Ein blauer Ring zum Anstecken ans Revers, das ist das Symbol der konzertierten Aktion. "Blau steht für den Himmel, unter dem wir alle leben, der Ring symbolisiert die Weltgemeinschaft", sagte Rosenfeld, die bereits seit 2000 auch bei der ADA als Fürsprecherin für Kinder- und Jugendliche mit Diabetes arbeitet.

Wenn am 14. November 2007 tatsächlich die angestrebte UN-Resolution verabschiedet werden wird, sieht Silink erst einmal Grund zum Feiern. Doch allen Beteiligten ist bewusst, dass der Hauptteil der Arbeit dann erst beginnt. Die IDF hofft, dass die UN-Resolution Entscheidungsträger dazu bringt, der Herausforderung Diabetes ins Auge zu schauen, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und die Diabetesbehandlung weltweit zu verbessern.

Weitergehende Informationen finden Sie unter: www.unitefordiabetes.org

[07.08.2006] Quelle: Diabetes>News Zeitung für die Diabetologie
4. Ausgabe Juli 2006



  Artikel bewerten Druckversion Weiterempfehlen Newsletter


Recherchieren Sie zum Thema! Infokasten  


Verwandte Artikel sehen:

Diabetes in Zahlen
Diabetes und arterielle Hypertonie, häufig verkannt, zu selten nachhaltig behandelt
Das Gebot der Stunde: Prävention des Diabetes mellitus

Dieses Thema im Forum diskutieren
Buchempfehlung






 Interne Suche:

Seitenanfang
Lexikon   Lexikon
  1. Wort markieren
  2. Link anklicken!
Wikipedia
Leo- Wörterbuch
Google

? Hilfe zu diesem Thema

Home | Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweis | Gästebuch | Impressum
© 2000-2010 by Diabetes News Media AG | aktualisiert 07 / August / 2006
Der Inhalt von www.diabetes-news.de ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen auf dieser Website dürfen keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von www.diabetes-news.de darf nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen, Behandlungen zu beginnen oder abzusetzen.

The documents contained in www.diabetes-news.de are presented for information purposes only. The material is in no way intended to replace professional medical care or attention by a qualified practitioner. The materials in www.diabetes-news.de cannot and should not be used as a basis for diagnosis or choice of treatment.
Diese Web-Seite ist von der Health On the Net-Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
Wir befolgen den
HONcode Standard für vertrauensvolle Gesund- heitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.