AND BVND
News Ärzte Selbsthilfe Information Patienten Apotheker Marktplatz Shop

Home Inhaltsübersicht Neue Seiten Foren Kontakt Newsletter Partner Fachkreise

 Standort: Startseite » News » Nachrichten

Kurz wirksame Analoginsuline – Fakten statt Märchen

Deshalb müssen wir kämpfen!
Kämpfen Sie mit Ihrer Unterschrift für die Lebensqualität der Diabetiker in Deutschland!
Laden Sie die Unterschriftenliste herunter
und faxen Sie sie an: 0561 703 47 71
Berlin – 15. Februar 2006. "Zurück in die Vergangenheit" in der Versorgung von Diabetikern – das ist das Ziel des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)“, kritisiert Prof. Dr. med. Thomas Haak, Vorsitzender des Bundesverbandes Diabetologen in Kliniken (BVDK). Politisch gewollt sollen alle Patienten von der dritten in die zweite Generation der Insulintherapie zurückgestuft werden. Die Entscheidung wird von Diffamierungen gegen die kurz wirksamen Analoginsuline, die zur 3. Generation gehören, in der Öffentlichkeit begleitet. "Dass kurz wirksame Analoginsuline krebsverdächtig seien, ist nicht bewiesen. Studien belegen sogar Vorteile gegenüber den politisch gewollten Normalinsulinen! Auch die Allergiegefahr ist nicht belegt", räumt Prof. Haak mit Vorurteilen auf.

"Es ist eine Dreistigkeit dieser selbsternannten Patientenschützer, dass sie Diabetiker vor nicht belegten Gefahren wie Krebs oder Allergien bewahren wollen – und damit genau das Gegenteil erreichen: sie gefährden die Gesundheit und schränken die Lebensqualität der Patienten ein. Mit nicht belegten Gefahren verschleiern sie das tatsächliche Gefährdungspotenzial", erläutert Prof. Haak.

Krebs- und Allergiegefahr nicht belegt

Es werden nach den Arzneimittelrichtlinien Studien durchgeführt, in denen geklärt wird, ob neue Substanzen krebserregend sind. Zumeist sind dies Zellkulturstudien, bei denen Zellen mit der zu untersuchenden Substanz behandelt werden. Erhöht sich die Zellteilungsrate (Proliferationsrate) oder/und die Stoffwechselrate, kann dies ein Indikator für eine potenziell Krebs auslösende Substanz sein. Dies wurde im Vergleich mit dem Humaninsulin auch bei den kurz wirksamen Analoginsuline durchgeführt. Das Ergebnis: die kurz wirksamen Analoginsuline haben dabei nicht schlechter als die Humaninsuline abgeschnitten. Prof. Haak: "Aus den vorliegenden Daten lässt sich kein Beleg für ein krebsförderndes Potenzial der kurz wirksamen Analoginsuline ableiten. Einige haben sogar besser als das Humaninsulin abgeschnitten. Alles andere ist eine politische Behauptung."

Historisch wurde das Insulin der 1. Generation aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen gewonnen. Der nächste Generation wurde durch die Fortschritte in der Molekularbiologie erreicht: Humaninsulin wird auf synthetischem Weg hergestellt werden. Es wäre heute gar nicht mehr möglich, alle Diabetiker mit Schweineinsulin, der ersten Generation, zu versorgen.

Wenn von einem gewöhnten Medikament auf ein neues umgestellt wird, gibt es Patienten, die innerlich diesen Prozess nicht vollziehen. Im Zuge des Umstellungsprozesses vom Schweine- auf das Normal- bzw. Humaninsulin kamen die ersten Berichte über das Allergiepotenzial des Humaninsulin auf. Es wurden jedoch Studien durchgeführt, die die Gefahr von Allergien nicht belegen konnten. Wenn es Allergien gäbe, dann könnten diese eher auf Zusatzstoffe zurückzuführen sein.

Die dritte Generation bilden die kurz wirksamen Analoginsuline. Dabei wurden Aminosäure so abgeändert, dass sie schneller zerfallen, was mit der schnelleren und kürzeren Wirksamkeit dieses künstlichen Insulins verbunden ist. Diese neuen Insuline kommen so in der Natur nicht vor – daher auch der Name Insulin a n a l o g a.

Gefahren für die Gesundheit des Patienten

Das sogenannte Normalinsulin oder auch Humaninsulin wird synthetisch (künstlich) gewonnen, ist aber im chemischen Aufbau dem natürlichen, menschlichen gleich. Die kurz wirksamen Analoginsuline – analog steht für ähnlich – haben die gleiche Basis, sind aber eine moderne Weiterentwicklung. Die Wirkung von Normalinsulin setzt spät ein und hält lange an. Die Konsequenz für den Patienten: Nebenwirkungen wie Unterzuckerungen müssen durch Zwischenmahlzeiten vermieden werden. Anders bei den kurz wirksamen Analoginsuline. Sie wirken schnell und kurz – also genau dann, wenn ihr Nutzen benötigt wird: es unterstützt den Körper das Zuviel am Energieträger Blutzucker nach Mahlzeiten in die Zellen zu transportieren – und verhindert damit eine Überzuckerung des Blutes, die zu Bewusstseinsstörungen oder sogar zum Koma führen kann. Danach stellt es seine Tätigkeit ein.

Anders das Normalinsulin: durch seine längere Wirkdauer wird immer wieder Zucker in die Zellen zu transportiert – der Körper unterzuckert, was Herzrasen, Unruhe, Unkonzentriertheit, Aggressivität etc. zur Folge haben kann. "Angesichts der Nebenwirkungen von Normalinsulin wie etwa Herzrasen oder Unruhe liegt es nahe, dass es sich nicht für jeden Patienten je nach beruflicher Situation eignet. In diesen Fällen – es sind rund 400.000 der 1,5 Millionen Diabetiker, die Insulin erhalten – ist es gut, kurz wirksame Analoginsuline zu haben", betont Prof. Haak. Der Leiter des Diabetes Zentrums in Bad Mergentheim hebt hervor, dass es nicht das Ziel der Diabetologen sei, die kurz wirksamen Analoginsuline zum Regelfall zu erklären, aber: "Kurz wirksame Analoginsuline ermöglichen es uns, individueller auf Patientenbedürfnisse zu reagieren."

[15.02.2006], Quelle: www.diabetikerbund.de



  Artikel bewerten Druckversion Weiterempfehlen Newsletter


Recherchieren Sie zum Thema! Infokasten  


Verwandte Artikel sehen:

Weitere Informationen für Fachpersonal

Dieses Thema im Forum diskutieren
Buchempfehlung
Download Pressemitteilungen






 Interne Suche:

Lexikon   Lexikon
  1. Wort markieren
  2. Link anklicken!
Wikipedia
Leo- Wörterbuch
Google

? Hilfe zu diesem Thema
Seitenanfang

Home | Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweis | Gästebuch | Impressum
© 2000-2010 by Diabetes News Media AG | aktualisiert 15 / Februar / 2006
Der Inhalt von www.diabetes-news.de ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen auf dieser Website dürfen keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von www.diabetes-news.de darf nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen, Behandlungen zu beginnen oder abzusetzen.

The documents contained in www.diabetes-news.de are presented for information purposes only. The material is in no way intended to replace professional medical care or attention by a qualified practitioner. The materials in www.diabetes-news.de cannot and should not be used as a basis for diagnosis or choice of treatment.
Diese Web-Seite ist von der Health On the Net-Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen
Wir befolgen den
HONcode Standard für vertrauensvolle Gesund- heitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.