(11.08.2026) Der Medizinproduktehersteller Dexcom hat in Deutschland einen neuen CGM-Sensor mit dem Namen „Dexcom Flex” eingeführt. Laut Unternehmensangaben wurde das System speziell für Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickelt , die keine intensivierte Insulintherapie durchführen. Zielgruppe sind Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen, mit GLP-1-Medikamenten behandelt werden oder nur Basalinsulin nutzen. Da die gesetzlichen Krankenkassen bei diesen Behandlungsformen die Kosten für CGM-Sensoren üblicherweise nicht übernehmen, ist das System für Selbstzahler gedacht.
CGM-Systeme messen kontinuierlich den Glukosegehalt im Unterhautfettgewebe und übermitteln die Werte in Echtzeit an ein Lesegerät, ein Handy oder auch an eine Smartwatch. Wenn die Glukosewerte stark ansteigen oder abfallen, wird der Träger in der Regel akustisch gewarnt. Seit etwa zehn Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für CGM-Systeme bei einer intensivierten Insulintherapie. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ist die kontinuierliche Glukosemessung inzwischen der übliche Standard, häufig in Kombination mit einer Insulinpumpe.
Einige Unterschiede zum Dexcom G7
Mit dem neuen Sensor Dexcom Flex will der Hersteller nun gezielt ein Angebot für Menschen mit Typ-2-Diabetes machen, die bislang keinen CGM-Sensor genutzt haben. Das Produkt ähnelt dem Sensor Dexcom G7 für Patienten, die mehrmals täglich Insulin spritzen müssen. Es gibt jedoch einige Unterschiede: So kann der Dexcom Flex bis zu 15 Tage getragen werden, der Dexcom G7 hingegen maximal 10 Tage, bevor ein neuer Sensor gesetzt werden muss. Während Dexcom Flex nur für Erwachsene zugelassen ist, kann Dexcom G7 schon von Kleinkindern ab 2 Jahren getragen werden. Ein weiterer Unterschied ist die Möglichkeit, den Dexcom G7 mit einer Insulinpumpe zu koppeln, sodass diese automatisch auf den Glukosewert reagiert (sogenannte AID-Systeme). Dies ist beim neuen Dexcom Flex nicht möglich. Zudem verfügt der G7-Sensor über erweiterte Warn- und Prognosefunktionen.Dexcoms Hauptkonkurrent ist das Unternehmen Abbott, das die Systeme Freestyle Libre 3 und Freestyle Libre 3 Plus anbietet. Auch die Abbott-Sensoren können mit bestimmten Insulinpumpen gekoppelt werden. Bei einer intensivierten Insulintherapie übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, wie es auch bei dem Dexcom G7 der Fall ist. Abbott bietet seine Systeme ebenfalls in seinem Shop für Selbstzahler an. Ein Hauptvorteil der Dexcom-Sensoren ist die kürzere Aufwärmphase von nur 30 Minuten im Vergleich zu 60 Minuten beim Freestyle Libre. Abbott hingegen wirbt damit, den kleinsten und flachsten CGM-Sensor anzubieten.
Selbstzahler sind für Hersteller ein wichtiger Markt
Ein wichtiges Argument für Selbstzahler war bislang zudem der günstigere Preis des FreeStyle Libre. Ein Freestyle-Libre-Sensor mit 15 Tagen Tragezeit wird aktuell für 70,60 Euro im Shop verkauft, während ein Dexcom G7 mit 10 Tagen Tragezeit 99 Euro kostet. Mit dem Dexcom Flex hat das Unternehmen nun ein günstigeres Angebot für Selbstzahler: Der Sensor wird aktuell im Zweierpack als Monatsversorgung für 139,90 Euro angeboten. Die Kosten für 15 Tage liegen somit bei 69,95 Euro und sind damit ähnlich hoch wie beim Freestyle Libre 3 Plus.Da nur etwa 10 bis 15 Prozent der Diabetes-Patienten in Deutschland eine intensivierte Insulintherapie durchführen, ist der Selbstzahlermarkt für die Hersteller sehr relevant. In den vergangenen Jahren haben medizinische Studien gezeigt, dass auch Menschen ohne intensivierte Insulintherapie von CGM-Sensoren profitieren können. Bei ihnen geht es weniger darum, anhand der CGM-Werte die Insulindosis zu steuern. Vielmehr können die kontinuierlich aufgezeichneten Glukosewerte sichtbar machen, wie sich beispielsweise Mahlzeiten, Bewegung oder auch Stress auf den Blutzucker auswirken, sodass die Betroffenen entsprechend reagieren können.
Quellen:
Dexcom Deutschland
Presseportal.de
Medical Tribune
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
Abbott
Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2025
eigene Recherche
