(25.01.2026) Der Wirkstoff Teplizumab, der den Ausbruch von Typ-1-Diabetes um zwei bis drei Jahre verzögern kann, ist nun auch in der Europäischen Union (EU) zugelassen. Dies meldet das Pharmaunternehmen Sanofi. Das Medikament wird in Europa unter dem Handelsnamen Teizeild erhältlich sein. In den USA und einigen anderen Ländern ist es bereits seit etwa drei Jahren auf dem Markt.
Das Medikament eignet sich für Menschen, die an Typ-1-Diabetes in einem frühen Stadium (Stadium 2) erkrankt sind. Bei ihnen sind die Blutzuckerwerte schon auffällig, da ihr Immunsystem bereits insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört hat. Die Betroffenen zeigen jedoch noch keine Diabetes-Symptome. Wenn ihnen in diesem Stadium der Wirkstoff Teplizumab verabreicht wird, bleiben sie im Durchschnitt weitere zwei bis drei Jahre symptomfrei und müssen erst dann mit einer Insulintherapie beginnen.
Für Kleinkinder bislang nicht zugelassen
Die Behandlung mit Teizeild dauert 14 Tage. In dieser Zeit wird das Medikament täglich in Form einer Infusion verabreicht. Es ist bislang für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren zugelassen. Da Typ-1-Diabetes jedoch häufig schon in jüngerem Alter ausbricht, wird eine Zulassung des Wirkstoffs für Kinder ab einem Jahr angestrebt. In den USA hat Sanofi bereits einen entsprechenden Antrag gestellt.Trotz EU-Zulassung werden auch künftig nicht alle Patienten mit einem neu diagnostizierten Typ-1-Diabetes von dem Medikament profitieren. Die Stoffwechselerkrankung wird häufig erst festgestellt, wenn bereits Symptome aufgetreten sind (Stadium 3). Die Betroffene landen nicht selten mit deutlich erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) und einer Ketoazidose im Krankenhaus. In diesem Stadium hat das Verabreichen von Teplizumab keinen relevanten Nutzen mehr, wie eine Studie im Auftrag des Herstellers zeigte. Sanofi strebt deshalb aktuell keine Zulassung für Typ-1-Diabetes im Stadium 3 an. Die Forschung an Medikamenten, die auch in diesem Stadium wirken, geht jedoch weiter.
Test kann Erkrankung in Frühstadium feststellen
Damit eine Behandlung mit Teplizumab möglich ist, muss Typ-1-Diabetes diagnostiziert werden, bevor erste Symptome auftreten. Einen entsprechenden Text hat das Helmholtz-Institut München unter der Leitung von Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler entwickelt. Mehrere Bundesländer beteiligen sich bereits an der Fr1da-Studie und ermöglichen Früherkennungstests in Kinder- und Jugendpraxen.Der Test kann Diabetes im Frühstadium (Stadium 1) sehr zuverlässig erkennen. Wenn die Betroffenen das Stadium 2 erreichen, kann eine Behandlung mit Teizeild erfolgen, sofern die Kinder dann bereits mindestens acht Jahre alt sind. Dies kann mit normalen Blutzuckertests festgestellt werden. Wenn die Medikamente weiter verbessert werden, lässt sich der Ausbruch der Erkrankung in Zukunft möglicherweise auch länger als zwei bis drei Jahre verzögern, hoffen Experten wie Prof. Dr. Ziegler.
Quellen:
Sanofi
Globe Newswire
Ärztezeitung
Helmholtz Munich
Diabetes-Anker
Pharmazeutische Zeitung
eigene Recherche
