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FR1DA – Typ-1-Diabetes mit Test frühzeitig erkennen

Diabetsforschung

© Sven Hoppe - Fotolia

Ob ein Kind im Laufe seines Lebens an Typ-1-Diabetes erkranken wird, können Ärzte heute frühzeitig mit einem Test feststellen. Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung empfehlen, diesen Test frühzeitig bei allen Kindern durchzuführen, um lebensgefährliche Komplikationen zu vermeiden.

Diabetes-Symptome erkennen

Wenn ein Kind viel trinkt, denken sich die Eltern zunächst einmal nichts dabei. Lässt sich der Durst aber scheinbar nicht mehr stillen, muss das Kind ständig zur Toilette, fühlt sich schlapp und verliert Gewicht, dann ist es höchste Zeit, zum Arzt zu gehen. Denn diese Symptome deuten stark auf Typ-1-Diabetes hin, die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. In Deutschland sind rund 30.500 Kinder und Jugendliche an dieser Diabetesform erkrankt. Statistisch gesehen ist eines von 670 Kindern betroffen.

Blutzucker kann gefährlich entgleisen

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, deren Entstehung sich nicht beeinflussen lässt. Betroffene entwickeln Autoantikörper, die dazu führen, dass die Insulin produzierenden Betazellen nach und nach zu Grunde gehen – bis es zu einem totalen Insulinmangel kommt. Der Diabetes verläuft über Monate, manchmal sogar Jahre, unerkannt, bis sich die oben genannten Symptome einstellen. Werden die betroffenen Kinder dann nicht schnell behandelt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Entgleisung des Blutzuckers kommen: der Ketoazidose. Bei jedem dritten Diabetiker wird die Krankheit erst durch diese lebensbedrohliche Entgleisung erkannt, die bis zum Koma führen kann.

Früherkennung auf Typ-1-Diabetes möglich

“Leider beginnt die Laufbahn eines Typ-1-Diabetikers häufig auf der Intensivstation”, erklärt Professor Anette-Gabriele Ziegler, die Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum in München. Damit es nicht so weit kommt, schlägt sie einen routinemäßigen Test bei Kindern im Alter zwischen zwei und fünf Jahren vor. Hier wird das Blut auf vier Autoantikörper untersucht. Werden mindestens zwei verschiedenen Formen der spezifischen Autoantikörper nachgewiesen, entwickeln nahezu 100 Prozent der Betroffenen binnen 20 Jahren einen Typ-1-Diabetes. Dies haben die Münchener Wissenschaftler in Analysen herausgefunden.

Fr1da: Screening auf Typ-1-Diabetes

In Bayern haben Eltern seit 2014 im Rahmen des Pilotprojekts Fr1da die Möglichkeit, ihr Kind kostenlos auf Typ-1-Diabetes untersuchen zu lassen. “Die frühe Diagnose soll in erster Linie dazu dienen, lebensbedrohliche Ketoazidosen zu verhindern und die Familien mit psychologischer Unterstützung und Schulung auf die Erkrankung und ihre Therapie bestmöglich vorzubereiten”, so Ziegler. Das Institut für Diabetesforschung bietet darüber hinaus Verwandten von Typ-1-Diabetikern an, einen Risikotest durchzuführen – wenn sie nicht älter als 20 Jahre bzw. bei erstgradiger Verwandtschaft nicht älter als 45 Jahre sind.

Teilnahme an Präventionsstudien

Am Helmholtz Zentrum in München forschen Wissenschaftler zudem, wie sich die Entstehung von Typ-1-Diabetes möglicherweise verhindern lässt. Wir hatten an dieser Stelle bereits über die Pre-Point-Studie und die ABATACEPT-Studie berichtet.

Weitere Informationen zu den genannten Studie erhalten Sie bei der Forschungsgruppe Diabetes unter Tel. 0800 – 828 48 68 (kostenfrei) oder unter E-Mail prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

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