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Herzgesundheit trotz schlechter Gene

Bluthochdruck bei Diabetes

© Jakub Jirsák - fotolia.com

Wenn der Silvesterkater geht, bleiben die guten Vorsätze. Zur Motivation kommen die Ergebnisse einer großen Untersuchung zur Herzgesundheit gerade recht. Sie zeigt: Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, körperlich aktiv ist und Übergewicht vermeidet, kann schlechte Gene deutlich beeinflussen. Obendrein sinkt das Diabetesrisiko.

Herzgesundheit ist selbst beenflussbar

Menschen, die nicht rauchen, sich gesund ernähren, körperlich aktiv und nicht fettleibig sind, erkranken deutlich seltener an einem Herzinfarkt. Dieses Ergebnis der Untersuchung*, die kürzlich im News England of Medicine veröffentlicht wurde, überrascht niemanden wirklich. Interessant daran ist: Dieser günstige Einfluss des gesunden Lebensstils wirkt sich auch dann deutlich aus, wenn Menschen genetisch bedingt ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder andere Herzerkrankungen haben. Bei ihnen reduziert sich das Risiko um bis zu 50 Prozent. „Das sind Ergebnisse, die auch vom Diabetes oder seinen Vorstufen betroffenen Menschen in Deutschland Mut machen sollten“, findet Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Vizepräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Die Studie zeigt, dass jeder etwas gegen den Ausbruch einer Krankheit tun kann.“

Daten aus drei großen Kohortenstudien zur Herzgesundheit

Die Wissenschaftler der Forschungsgruppe um Amit V. Khera haben für ihre Untersuchung Daten aus drei Studien mit insgesamt 55.000 Teilnehmern unter die Lupe gemommen: Die ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities), MDCS-Studie (Malmö Diet and Cancer Study) und WGHS-Studie (Women’s Genome Health Study). Viele der Teilnehmer hatten ein metabolisches Syndrom, mit veränderten Blutfett-Werten, Bluthochdruck und massivem Übergewicht, das als Vorbote von Typ-2-Diabetes gilt. Eine genetische Vorbelastung wurde bei den Teilnehmern ebenfalls gemessen – mittels eines Tests, der 50 verschiedene genetische Risiken erkennt.

Der Staat muss den gesunden Lebensstil fördern

In allen drei Studien beweisen die Daten den günstigen Einfluss eines gesunden Lebenstils auf die Herzgesundheit. In der ARIC-Studie erlitten 5,1 statt 10,7 Prozent der Teilnehmer mit einem erhöhten genetischen Risiko einen Herzinfarkt oder andere koronare Erkrankungen. In der WGHS-Studie sank die Rate von 4,6 auf 2,0 Prozent und in der MDCS-Studie von 8,2 auf 5,3 Prozent. Für Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG, ist die Untersuchung ein deutliches Signal an die Politik, den gesunden Lebensstil der Bevölkerung beser zu unterstützen. „Wir leben in einer Zeit, in der ungesunde kalorienreiche Nahrungsmittel oft kostengünstiger sind als gesunde Produkte“, stellt er in einer Presseinformatuion der DDG vom 12.12.16 fest. „Der Staat sollte deshalb die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel senken und für stark zucker- und fetthaltige Produkte erhöhen.“ Wichtig sei zudem eine tägliche Stunde Sport für Kinder und Jugendliche. „Auch ein Verbot der Tabakaußenwerbung ist längst überfällig“, betont Garlichs.

* Amit V. Khera et al. Genetic Risk, Adherence to a Healthy Lifestyle, and Coronary Disease. New England Journal of Medicine 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1605086: www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1605086
         
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