(01.02.2026) Forschende mehrerer Partnerinstitute des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) haben mithilfe künstlicher Intelligenz Blutmarker identifiziert, mit denen sich Hochrisikogruppen für die Entstehung von Typ-2-Diabetes und schweren Folgeerkrankungen bei Menschen mit Prädiabetes zuverlässig erkennen lassen. Eine einfache Blutuntersuchung könnte künftig aufwendige klinische Tests ersetzen und eine frühere, gezieltere Prävention ermöglichen.
Hintergrund: Bei Menschen mit Prädiabetes sind die Blutzuckerwerte bereits erhöht. Es liegt aber noch keine Diabetes-Erkrankung vor. Nicht alle Betroffenen entwickeln im Laufe ihres Lebens tatsächlich einen Typ-2-Diabetes. Um das individuelle Erkrankungsrisiko genauer zu bestimmen, wurden bereits vor einigen Jahren verschiedene Prädiabetes-Subtypen definiert. Bislang war es allerdings nicht möglich, den Subtyp mit einem einfachen Bluttest zu bestimmen. Hierfür waren aufwändigere Untersuchungen notwendig.
Erkrankungsrisiko wird individuell berechnet
Nun haben das DZD und seine Partnerinstitute mithilfe künstlicher Intelligenz epigenetische Marker im Blut identifiziert, die eine präzise Risikoeinschätzung bei Prädiabetes ermöglichen. Mit einer Genauigkeit von 90 Prozent bestimmen sie, zu welchem Risiko-Cluster die Betroffenen zählen. Daraus lässt sich ableiten, bei welchen Patienten es sinnvoll ist, früh Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, um spätere Diabeteskomplikationen zu verhindern.Insgesamt berücksichtigte die KI 1557 Marker im Blut, um das individuelle Erkrankungsrisiko zu berechnen. Dabei handelte es sich um Werte, die mit Typ-2-Diabetes, chronischen Entzündungen sowie Herz- und Nierenerkrankungen in Verbindung stehen, so die Forscher. Auch Umwelteinflüsse und unser Lebenswandel hinterlassen zahlreiche Spuren im Blut, die neben der genetischen Veranlagung zur Entstehung von Typ-2-Diabetes beitragen können.
Ziel ist ein Test für die hausärztliche Praxis
In Deutschland hat etwa jeder fünfte Erwachsene erhöhte Blutzuckerwerte und damit auch ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Ein weiterer Hinweis auf ein erhöhtes Risiko ist eine Insulinresistenz, die bereits im Frühstadium der Stoffwechselerkrankung festgestellt werden kann. Zur Diagnose müssen allerdings verschiedene Laborwerte interpretiert werden. Auch eine Insulinresistenz lässt sich bislang nicht mit einem einfachen Bluttest sicher feststellen. Als besonders gefährdet gelten überdies Patienten mit Störungen des Fettstoffwechsels, Übergewicht und Bluthochdruck. Diese Symptome sind Merkmale des metabolischen Syndroms, das bei Typ-2-Diabetes häufig ist.Mithilfe des neuen Bluttests soll sich noch genauer vorhersagen lassen, welche Patienten höchstwahrscheinlich an Typ-2-Diabetes erkranken werden. Bislang handelt es sich jedoch noch um einen Forschungsansatz. Der Test ist noch nicht für den breiten klinischen Einsatz verfügbar. Das Ziel der Forschenden ist es, einen einfachen Bluttest zu entwickeln, der in Hausarztpraxen durchgeführt werden kann. Dazu sind weitere Studien notwendig.
Quellen:
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD)
ARD Gesund
Helmholtz Munich
Apotheken Umschau
Diabetes Deutschland
eigene Recherche
