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Lerodalcipeb: Ein neuer PCSK9-Inhibitor

Im Juli 2026 hat die europäische Arzneimittelbehörde Lerodalcipeb (Lyrokaul®) zur Behandlung von Patienten mit Hypercholesterinämie und gemischter Fettstoffwechselstörung zugelassen.

Indikationen: Wann kann Lerodalcipeb (Lyrokaul®) verordnet werden?

Lerodalcipeb ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht familiär) oder gemischter Dyslipidämie zusätzlich zu einer Diät:
Lyrokaul ist verfügbar als 300 mg Lösung in Fertigspritzen. Es wird einmal monatlich subkutan verabreicht.

Wirkung von Lerodalcipeb (Lyrokaul®):

Der Wirkstoff ist kein klassischer monoklonaler Antikörper, sondern ein kleines PCSK9-bindendes Protein, das zur Verlängerung seiner Wirkdauer mit menschlichem Albumin verbunden ist. Durch seine Bindung an PCSK9 verhindert das Medikament, dass PCSK9 für den LDL-Abbau markiert wird. Es stehen weniger PSCK9 und damit weniger LDL-Rezeptoren zur Verfügung, LDL wird deutlich gesenkt. Nach demselben Prinzip wirken auch die Antikörper gegen PSCK9 Evolocumab und Alirocumab.


Studie: Wirkung von Lerodalcipeb (Lyrokaul®) auf die Lipidfraktionen

Die folgenden Werte stammen aus LIBERATE-HRvnach 52 Wochen und sind gegenüber Placebo korrigiert:


Bedeutung dieser Veränderungen:

Apolipoprotein B: Die Senkung um rund 43 % zeigt, dass nicht nur weniger Cholesterin in den LDL-Partikeln enthalten ist, sondern auch die Zahl atherogener Lipoproteinpartikel deutlich abnimmt.

Non-HDL-C: Dieser Wert umfasst LDL sowie VLDL, Remnants und weitere apoB-haltige Partikel. Seine Senkung um etwa 47 % bestätigt eine breite Wirkung auf atherogene Lipoproteine.

Lipoprotein(a): Die Senkung um ungefähr 30 % ist ein zusätzlicher möglicher Vorteil. Lerodalcibep ist jedoch kein spezifisches Lp(a)-Medikament, und es ist nicht belegt, dass dieser Teil der Wirkung unabhängig von der LDL-Senkung kardiovaskuläre Ereignisse verhindert.

Triglyzeride: Die Wirkung ist moderat. Lyrokaul ist deshalb keine primäre Therapie einer ausgeprägten Hypertriglyzeridämie.

HDL-C: Der leichte Anstieg ist wahrscheinlich klinisch weniger bedeutsam als die starke Abnahme von LDL-C, Non-HDL-C und ApoB.

Gibt es kardiovaskuläre Endpunktstudien zu Lerodalcipeb (Lyrokaul®)?

Bis zum 30. Juli 2026 gibt es für Lerodalcibep keine abgeschlossene, ausreichend große und speziell für kardiovaskuläre Ereignisse ausgelegte Endpunktstudie. Die bisherigen Phase-III-Studien wurden primär durchgeführt, um Folgendes zu untersuchen:

Die Autoren von LIBERATE-HR (2) weisen ausdrücklich darauf hin, dass größere und längere Studien erforderlich sind, um die Wirkung auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Sterblichkeit zu beurteilen.

Anwendung von Lerodalcipeb (Lyrokaul®)

Lyrokaul® enthält Lerodalcibep, einen lang wirksamen PCSK9-Hemmer. In den USA wird derselbe Wirkstoff unter dem Markennamen Lerochol® vertrieben.

Die vorgesehene beziehungsweise in den USA bereits zugelassene Dosierung beträgt: 300 mg Lerodalcibep einmal monatlich als subkutane Injektion.

Eine Fertigspritze enthält 300 mg in 1,2 ml Lösung. Die Injektion erfolgt unter die Haut:
Nach entsprechender Einweisung kann die monatliche Injektion selbst durchgeführt werden. Die Einstichstelle sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden. Nicht in gerötete, verhärtete, druckempfindliche oder verletzte Haut spritzen. Eine gekühlte Fertigspritze soll vor der Anwendung mindestens 30 Minuten Raumtemperatur annehmen.

Was geschieht bei einer vergessenen Dosis?

Nach der amerikanischen Fachinformation gilt:
Diese konkreten Hinweise stammen aus der US-Fachinformation von Lerochol. Die endgültige europäische Fachinformation von Lyrokaul liegt noch nicht vor und kann in Einzelheiten abweichen.

Die wichtigste Nebenwirkungen von Lerodalcipeb (Lyrokaul®)

Die auffälligste Nebenwirkung sind Reaktionen an der Injektionsstelle. Dazu können Schmerzen, Rötung, Schwellung, Juckreiz, Bluterguss oder eine Verhärtung gehören.


In der 24-Wochen-Studie bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie traten Injektionsreaktionen bei 18 % gegenüber 3 % unter Placebo auf. Durchfall wurde bei 3 % gegenüber 1 %, Übelkeit bei 2 % gegenüber 0 % und periphere Ödeme bei 2 % gegenüber weniger als 1 % beobachtet.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA)

Klug EQ, Llerena S, Burgess LJ, et al; LIBERATE-HR Investigators. Efficacy and safety of lerodalcibep in patients with or at high risk of cardiovascular disease: a randomized clinical trial. JAMA Cardiol. 2024;9(9):800–807. doi:10.1001/jamacardio.2024.1659.

Raal F, Fourie N, Scott R, et al; LIBERATE-HeFH Investigators. Long-term efficacy and safety of lerodalcibep in heterozygous familial hypercholesterolaemia: the LIBERATE-HeFH trial. Eur Heart J. 2023;44(40):4272–4280. doi:10.1093/eurheartj/ehad596.

Kereiakes D, Fourie N, Engelbrecht J, et al. Long-term efficacy and safety of lerodalcibep in patients with atherosclerotic cardiovascular disease: LIBERATE-CVD. Atherosclerosis. 2024;395(Suppl):e14–e15.

Kallend D, Raal FJ, Klug EQ, et al. Phase 3 pooled long-term safety and efficacy of lerodalcibep in patients with ASCVD, HeFH, or very high or high risk for ASCVD. Atherosclerosis. 2025;407(Suppl):119601. doi:10.1016/j.atherosclerosis.2025.119601.

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