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Insulinpumpe
Die fast ideale Insulin-Therapie - für wen?
Langfristig optimiert sie die Stoffwechseleinstellung und erhöht Flexibilität und Lebensqualität der Patienten. Voraussetzung ist eine gut begründete Indikation sowie hohe Motivation, intensive Schulung und Betreuung des Patienten.
Alle drei Minuten schiebt sich in der Patrone der Insulinpumpe ein Stempel vorwärts und führt subcutan über einen winzigen Katheter eine basale Insulinmenge zu. Diese Basalrate wird durch eine Bolusinjektion zu den Mahlzeiten ergänzt. Typischerweise kommt die kontinuierliche subcutane Insulininfusion (CSII) zum Einsatz, wenn:
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- der Blutzucker trotz intensivierter koventioneller Therapie (ICT) stark schwankt,
- bei Patienten mit Dawn/Dusk-Phänomen,
- bei häufigem nächtlichem Unterzucker,
- bei Kinderwunsch,
- in der Schwangerschaft
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Auch der Wunsch des Patienten nach mehr Flexibilität und Lebensqualität im Alltag ist eine mögliche Indikation.
Voraussetzung für Pumpentherapie ist ein motivierter, geschulter Patient, der keine Angst vor technischem Gerät haben sollte. Nur etwa jeder zehnte Typ-1-Diabetiker kommt in Frage, schätzt Dr. C. Jaeger von der Uniklinik Gießen. Derzeit nutzen in Deutschland 6 bis 7 % der Typ-1-Diabetiker, etwa 25000 Menschen, eine Insulinpumpe.
Wonach richtet sich die Entscheidung?
Pro Insulinpumpe...
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Besserer HbA1c:
13 kontrollierte Studien untersuchten, inwiefern sich der
HbA1c als Maß für die Qualität der Blutzuckereinstellung der vergangenen Wochen bei Pumpenträgern bessert. Fünf kamen zu keiner eindeutigen Ausssage, acht belegten eine deutliche Besserung.
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Weniger Blutzuckerschwankungen und Unterzucker:
Pumpenträger nehmen Hypoglykämien
besser wahr, die sich durch umgehendes Gegensteuern zu 50 bis 80 % vermeiden lassen.
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Bessere Flexibilität:
Die Mahlzeiten lassen sich nach dem Bolus-Prinzip frei gestalten, Planung und Zwischenmahlzeiten sind i. d. R. nicht nötig.
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... und contra Insulinpumpe
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Fremdkörper?
Je nach der inneren Einstellung kann die Pumpe, auch wenn heutige Geräte nur noch scheckkarten-groß sind, als störend empfunden werden, vor allem bei Sport und bei Intimitäten.
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Ketoazidoserisiko steigt:
Mögliche Ursachen liegen in einer Verlegung des Katheters, einer leeren Insulinpatrone oder erschöpften Batterie. Jaeger betont jedoch, dass moderne Geräte zuverlässige Alarmsysteme haben und bei korrekter Anwendung genauso sicher sind wie die normale ICT.
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Katheterinfektionen:
Sind selten und gut zu beherrschen.
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Kosten:
Die Erststeinstellung kostet bei den verfügbaren Geräten etwa 3300 €. Die Tagestherapiekosten liegen bei ca. 11 € (ICT: 5 €). Wegen der relativ hohen Kosten muss der Arzt die Anwendung der Insulinpumpe gegenüber den Kostenträgern gut begründen.
Oft wird die Pumpe zwei Wochen zur Probe eingesetzt. Bei Schwangeren kann eine Leihpumpe für eine definierte Zeit zur Verfügung gestellt werden.
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Erfolg bei Kindern
Seit 1999 wurden die Insulinpumpe auch mit großem Erfolg bei Kindern getestet. Eine Studie mit 287 Jugendlichen, im Durchschnitt 13,3 Jahre, zeigte, dass der familiäre Alltag deutlich entlastet wurde und die Kinder mit der Pumpe sehr gut zurecht kamen.
[22.04.02], Redaktion: Ralf Schlenger
Quelle:
C. Jaeger, Indikationen und Ergebnisse der Insulinpumpentherapie,
108. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden 08.04.2002
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