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Diabetes in Deutschland

Hintergründe, Krankheitsbilder und Häufigkeit

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Blutzuckerwerte charakterisiert wird. Die Hauptvertreter sind der Typ 1- und der Typ 2-Diabetes. Gemeinsam ist beiden Formen, dass sich Folgeschäden wie Augen-, Nieren-, Nervenerkrankungen und Durchblutungsstörungen einstellen können, die dann auch immer die Ursache für die hohe Erkrankungs- und Sterberate der Betroffenen sind.

In Deutschland - wie in allen anderen Ländern auch - hat die Häufigkeit der Zuckerkrankheit und ihrer Komplikationen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Das Krankheitsbild des Typ 2-Diabetes

Der Typ2-Diabetes kommt am häufigsten vor. Diese Form der Zuckerkrankheit wurde früher als "Altersdiabetes" bezeichnet. Er tritt aber auch nicht selten bereits vor dem 40. Lebensjahr auf. Es gibt ihn etwa 20-mal so oft wie den Typ 1-Diabetes. Ursache für dieses Syndrom ist die Insulinresistenz mit erhöhten Blutzuckerwerten, Fettstoffwechselstörungen, hohem Insulinspiegel, Übergewicht und Bluthochdruck. Eine Kombination, die von Norman Kaplan als das meist genetisch bedingtes "tödliches Quartett" bezeichnet wurde.

Der Schwangerschafts-Diabetes

Als besondere Form wird der Schwangerschafts-Diabetes angesehen. Betroffene Frauen haben ein bedeutend höheres Risiko, später einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln. Bei etwa 10 % dieser Patientinnen manifestiert sich in der Schwangerschaft ein Typ 1-Diabetes. Die Babys dieser Mütter sind oft schwerer und größer, dabei aber körperlich unreifer als andere Neugeborene. Da die gesunde Entwicklung des Kindes bei Vorliegen eines Schwangerschafts-Diabetes gestört sein kann, müssen alle Betroffenen zwischen der 24. und 28. Woche auf eine Glucose-Intoleranz getestet und vorsorglich auf normalen Blutzucker eingestellt werden .5 % der Diabetesfälle entfallen auf den sogenannten Typ 1-Diabetes. 2-5 % auf weitere Diabetesformen, wie zum Beispiel Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen, Schwangerschaftdiabetes oder Lebererkrankungen etc.

Die Zunahme des Diabetes

Eine plausible Erklärung für die Zunahme des Diabetes ist zum einen die Veränderung der Alterspyramide in der Gesellschaft, und zum anderen die bekannte Abnahme der Zuckertoleranz im höheren Lebensalter. Bis zum 50. Lebensjahr sind es mehr Männer, die Diabetes bekommen, ab dem 60sten trifft es mehr Frauen.

In der Altersklasse 30 bis 39 Jahre betrug die Diabetes-Häufigkeit nur 1,0 %. Sie nahm nach dem 50. Lebensjahr aber deutlich zu und erreichte in der Altersklasse 70 bis 79 Jahre einen Wert von mehr als 20 %.

Fünf Millionen Diabetiker

Aufgrund dieser und früherer Zahlen und Erhebungen kann in Deutschland mit einer Diabeteshäufigkeit von über 5 % - das sind mehr als vier Millionen Erwachsene im Alter von 25 bis 75 Jahren - ausgegangen werden. Dabei nehmen die Zahlen in den höheren Altersklassen noch dramatisch zu. Nach dem 40. Lebensjahr verdoppeln sich die Erkrankungen in jeder Altersdekade.

Schlussfolgerungen

Die gesundheitspolitische Bedeutung des Diabetes ist enorm, weil die Häufigkeit dieser chronischen Krankheit insgesamt sehr hoch ist und mit zunehmenden Alter noch steil ansteigt. Die neuen WHO-Empfehlungen für die Diabetes-Frühdiagnose führen in Deutschland zu einem geschätzten Anstieg der Häufigkeit auf 7,5 %. In diesen Empfehlungen sind erstmalig auch besonders Diabetiker mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in der Gruppe der Gefährdeten erfaßt.


Quelle: "Zucker", Ausgabe 1/00, Kundenmagazin von LifeScan

Prof. Dr. Hans Uwe Janka

Klinikdirektor des Klinikums
für Innere Medizin im
Zentral-Krankenhaus Bremen-Nord

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