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Schwanger und gestörter Zuckerstoffwechsel
Gestationsdiabetes - erhöhtes Frühgeburts-Risiko
Nur bei jeder zehnten Schwangeren mit gestörtem Zuckerstoffwechsel ("Gestationsdiabetes") wird dies entdeckt. Das zeigt die Erfahrung von Andreas Hamann von der Uni-Frauenklinik Heidelberg. Dort wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten der Region ein Projekt gestartet, das alle Schwangeren auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels hin untersucht. Bei ähnlichen Projekten in der Vergangenheit fand sich bei 7 % der getesteten Schwangeren eine Zuckerstoffwechselstörung.
Wurden Sie in Ihrer Schwangerschaft auf Zuckerkrankheit hin untersucht? |
| Der Gestationsdiabetes ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, welche in der Schwangerschaft erstmals auftritt.
Auslösende Faktoren sind u. a. hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft, die zu einer Insulinresistenz führen. Voraussetzung ist aber eine erbliche Veranlagung. Nach Studien entwickeln drei bis sieben Prozent aller Schwangeren einen solchen Störung des Zuckerstoffwechsels.
Bei diesen Frauen ist das Risiko von Aborten, Tot- und Frühgeburten erhöht. Bei den Kindern kommt es häufiger zu Störungen der Atmung und des Wachstums (Fetopathia diabetica). |
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Bei zwei Drittel aller Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes tritt dieser bei erneuter Schwangerschaft wieder auf. Über 80 Prozent der Frauen, die nach der Stillphase weiterhin erhöhte Blutzuckerwerte haben, entwickeln nach fünf Jahren einen Typ-II-Diabetes. Der Blutzuckertest sollte in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, bei Risikogruppen jedoch früher, nämlich in der 12. bis 14. Woche.
Bei unauffälligem Befund sollte der Test bei Risikopatientinnen in der 24. bis 28. und gegebenenfalls in der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche wiederholt oder besser ein oraler Glukose-Toleranztest (s. u.) durchgeführt werden.
Ein erhöhtes Risiko für einen Gestationsdiabetes haben Schwangere über 30 Jahre, übergewichtige Frauen mit einem Body-mass-Index von über 30 kg/m² vor der Schwangerschaft, mit Verwandten ersten Grades mit einem Diabetes, einem schon durchgemachten früheren Schwangerschaftsdiabetes und auffälligem Geburtsverlauf bei vorausgehenden Geburten.
Bei Risikopatientinnen oder Schwangeren mit Nüchternblutzucker-Werten um 90 mg/dl sollte ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) gemacht werden. Das Standardverfahren ist der 75g-Glukosetoleranztest : 75 Gramm Zucker werden in 200 bis 300 ml Wasser gelöst und von der Patientin getrunken. Ein- bis zwei Stunden später wird gemessen. Liegt bei einem Nüchternwert um 90 mg/dl der Blutzuckerwert nach einer Stunde über 180 mg/dl und/oder nach zwei Stunden über 140 mg/dl, so besteht ein Gestationsdiabetes.
Wird diese Diagnose gestellt, sollte die Schwangere unverzüglich an ein Diabeteszentrum oder einen niedergelassenen Diabetologen zur Mitbetreuung überwiesen werden.
Die in Heidelberg und Nordbaden erhobenen Daten aus diesem Untersuchungsprojekt werden an der Heidelberger Diabetes-Ambulanz gesammelt und statistisch ausgewertet. Sie dienen als Grundlage, um die Forderung nach einem generellen Diabetes-Screening bei Schwangeren zu unterstreichen.
Redaktion: Dr. med. Limberg |
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