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Leben auf gefährdetem Fuß

Typ-2-Diabetiker - und ihre Ärzte – müssen regelmäßig Füße und Schuhwerk kontrollieren.

Tag für Tag kommen hunderte diabetische Füße unters Messer. Mindestens 29.000 Amputationen sind in Deutschland bei Diabetikern im Jahr notwendig. Die meisten wären vermeidbar gewesen - bei richtiger Vorbeugung. Wie das geht, was Patient und Arzt tun müssen, beschreibt eine neue Nationale Versorgungsleitlinie.

Regelmäßig selbst Füße untersuchen!

Zur Prävention von Fußkomplikationen sollen bei Diabetikern regelmäßig die Füße untersucht werden - aber auch Strümpfe und Schuhe. Nichts darf drücken oder einschnüren. Jeder Diabetespatient sollte diese Untersuchungen selbst in festen Abständen durchführen.


Angepasst an das individuelle Risiko sollte man geeignetes Schuhwerk tragen, das vom Arzt verordnet werden kann. Sinnvoll ist, wenn außer dem Patienten auch Familienangehörige geschult werden, da sie die Füße besser untersuchen können. Bei Diabetikern mit erhöhtem Risiko für Fußkomplikationen ist eine regelmäßige Untersuchung, gegebenenfalls Behandlung in der medizinischen Fußpflege (beim Podologen) zu erwägen.

Der Vorbeugung diabetischer Fußkomplikationen dienen:

  • die tägliche Reinigung mit lauwarmen Wasser;
  • das Einreiben mit Feuchtigkeitscreme;
  • die sachgerechte stumpfe Nagelpflege sowie
  • die Beseitigung von Schwielen und
  • die Versorgung mit geeignetem Schuhwerk.

Einmal pro Jahr zur Fußkontrolle!

All das ersetzt nicht die Kontrolluntersuchungen beim Arzt. Der Arzt sollte bei jedem Patientenkontakt zur Diabeteskontrolle, mindestens aber einmal jährlich, den Fußstatus erheben (wie der Mediziner sagt). Der Patient sollte über Häufigkeit der Selbstkontrolle und Pflege der Füße berichten. Der Arzt wird neu aufgetretene oder veränderte Fußläsionen erfassen, ebenso Zeichen von Neuropathie, Fußfehlstellungen, Gelenkbeschwerden oder Symptome einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Er untersucht die Haut auf Schwielen, Verhornungen, Druckstellen und Nagelerkrankungen. Geprüft wird das Vibrationsempfinden (Stimmgabeltest), Temperaturunterschiede der Füße, Hautturgor und Schweißbildung, orientierend auch die Muskel- und die Gelenkfunktion.

Bei einer solchen regelmäßiger Vorsorge können Fußkomplikationen meist vermieden werden.

Der diabetische Fuß

Der Begriff fasst Krankheitsbilder verschiedener Ursachen zusammen. Fußkomplikationen werden bei Typ-2-Diabetes insbesondere durch die Schädigungen der Gefäße (Makroangiopathie) und der Nerven (Neuropathie) verursacht. Das eine führt zu Durchblutungsstörungen, das andere verschlechtert die Wahrnehmung. Das führt zu einem Teufelskreis, in dessen Verlauf manifeste Fußläsionen und an dessen Ende Amputationen stehen können.

Hauptrisikofaktoren für diabetesassoziierte Geschwüre und Amputationen sind:

  • lange Diabetesdauer;
  • schlechte Stoffwechseleinstellung;
  • Neuropathie (sensorisch, motorisch, autonom);
  • arterielle Verschlusskrankheit und deren Folgeerkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz, Schlaganfall) und
  • höheres Alter des Patienten.

[27.05.2010] Quelle: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes Fußkomplikationen, Stand Februar 2010, www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_fuss
Als Patientenleitlinie angeboten bei www.kirchheim-buchshop.de ISBN 978-3-87409-469-6, 1. Auflage 2009

Bericht: Ralf Schlenger

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