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Verkannte Gefahr für das Herz

Ergebnisse der weltweiten Erhebung "Shape of the Nations" zeigen, dass das Wissen der Allgemeinbevölkerung um das kardiometabolische Risiko gering ausgeprägt ist.

Obwohl in Deutschland Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedes Jahr für knapp die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich sind, kennt kaum einer der Betroffenen die eigenen Werte für HDL-Cholesterin oder Triglyzeride. Das ist ein Ergebnis der weltweiten Erhebung "Shape of the Nations", die im Rahmen einer mehrjährigen Zusammenarbeit der World Heart Federation (WHF) und Sanofi-Aventis mit mehr als 11.300 Menschen in 27 Ländern durchgeführt wurde.

Zwar haben 43% der deutschen Risikopatienten den Begriff "kardiometabolisches Risiko" schon einmal gehört - der europäische Durchschnitt liegt hier gerade einmal bei 33% -, doch weniger als 10% sehen hierbei einen Zusammenhang bestimmter Risikofaktoren mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der befragten Allgemeinbevölkerung ist es um dieses Wissen noch schlechter bestellt. Diese Daten präsentierte Dr. med. Berndt von Stritzky, Sanofi-Aventis GmbH Deutschland, im Rahmen eines Presse-Workshops in Frankfurt.


Befragt danach, welche Faktoren zu den kardiometabolischen Risikofaktoren gehören, wurden eher die "Klassiker" wie Übergewicht (42%), Rauchen (37%) oder Bluthochdruck (48%) aufgezählt, während die in jüngerer Zeit identifizierten Faktoren wie erhöhter Bauchumfang (10%), erhöhter Blutzucker (26%) und veränderte Blutfette weitaus seltener (erhöhte Triglyzeridwerte 34%) oder gar nicht (erniedrigtes HDL-Cholesterin) genannt wurden. Diese Risikofaktoren wurden allerdings häufiger aufgeführt, wenn man die Betroffenen direkt nach Risiken für Herzerkrankungen und Diabetes fragt. Auf diese Frage wurde ein erhöhter Blutzucker mehr als doppelt so häufig (58%), ein erhöhter Bauchumfang sogar sechsmal häufiger genannt (66%).

Aktiv werden - gezielt gegensteuern

"Inzwischen können von den befragten Risikopatienten 95% der Männer und 71% der Frauen Angaben zu ihrem Bauchumfang machen. Damit hat das Wissen um den eigenen Bauchumfang bei den Betroffenen mit Abstand Platz eins unter den kardiometabolischen Risikofaktoren, was u.a. auf die im letzten Jahr gestartete effiziente Aufklärungsarbeit der Initiative "Bauchumfang ist Herzenssache" zurückgehen dürfte", meinte von Stritzky.

Das zeige sich auch in der ärztlichen Praxis: Der durchschnittliche Anteil der Patienten, bei denen der Bauchumfang gemessen wurde, stieg nach der Auskunft der Hausärzte von 2005 bis 2006 von 12% auf 30% und liegt damit nur leicht unterhalb des EU- und weltweit erfassten Durchschnitts (35%). "Die Erhebung zeigt, dass es notwendig ist, das Wissen über diese Zusammenhänge zu verbessern, um das Bewusstsein für das damit verbundene Herz-Kreislauf-Risiko zu stärken und aktives Handeln zu fördern", resümierte von Stritzky.

Nachdem 2005 die Aufklärung über das Risiko eines erhöhten Bauchumfangs im Vordergrund stand, geht die Initiative "Bauchumfang ist Herzenssache" in diesem Jahr einen Schritt weiter. Unter dem Motto "Der Bauch kommt selten allein" möchte sie das Bewusstsein dafür wecken, dass ein erhöhter Bauchumfang in der Regel mit weiteren Risikofaktoren wie erhöhtem Blutzucker, veränderten Blutfetten sowie Bluthochdruck verbunden ist.

Aktionspartner zum Welt-Herz-Tag 2006, bei dem die Frage "Wie jung ist Ihr Herz?" im Mittelpunkt stand, waren die Gesellschaft für Kardiologie-, Herz- und Kreislaufforschung e.V. sowie die Deutsche Herzstiftung e.V..

"Uns geht es mit diesem Aktionstag darum, der Öffentlichkeit zu vermitteln, wie wichtig es ist, diese Risikofaktoren, d.h. in erster Linie abdominale Adipositas und Bewegungsmangel, aktiv in den Griff zu bekommen, um den Alterungsprozess des Herzens zu verlangsamen. Dies ist eine kostengünstige, natürliche und nebenwirkungsfreie Möglichkeit, Herzerkrankungen und Schlaganfall wirksam vorzubeugen", sagte Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Vorsitzender der Projektgruppe Prävention der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V..

[25.01.2007] Quelle: Diabetes>News: Zeitung für die Diabetologie
6. Ausgabe November 2006

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