Grippe-Impfung für Kinder
Grippe-Erkrankung bleibt bei vielen Kindern unerkannt

Mühltal (ots) - Nicht nur ältere Menschen sind besonders von Grippe betroffen: In Deutschland werden jedes Jahr hochgerechnet 3.000 Kinder unter drei Jahren wegen Grippe ins Krankenhaus eingewiesen. "Es erkranken aber insgesamt viel mehr Kinder", erklärt Prof. Dr. med. Ulrich Heininger, leitender Arzt am Universitäts-Kinderspital beider Basel und Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO). "Bei über 80 Prozent der Patienten unter sechs Jahren wird eine Grippe-Erkrankung nicht erkannt."
Grippe-Viren sind häufige Verursacher von Atemwegserkrankungen bei Kindern und lösen zum Teil schwere Folgeerkrankungen aus. "Bei fast
der Hälfte kommt es zusätzlich zu einer Mittelohrentzündung. Weitere Komplikationen sind Lungenentzündung und Pseudokrupp", so Heininger. Die Folge: Der Arzt muss 40 Prozent der Grippe-kranken Kinder unter drei Jahre antibiotisch behandeln.
Die Impfung beugt nicht nur Grippe und den Komplikationen vor, sie reduziert auch die Behandlung von Kindern mit Antibiotika. Ein weiterer Vorteil: Die Kleinen fehlen nicht in Kindergarten oder Schule und Eltern nicht bei der Arbeit.
Die STIKO empfiehlt die Grippe-Impfung allen Kindern, die wegen einer Grunderkrankung wie Asthma oder Diabetes besonders gefährdet sind. Doch Studien zeigen: Drei Viertel der Kinder, die wegen Grippe ins Krankenhaus eingewiesen wurden, hatten keine Grunderkrankung. Der Arzt kann auf Wunsch der Eltern Kinder ab einem halben Jahr impfen. Die obersten Gesundheitsbehörden in vielen Bundesländern empfehlen die Grippe-Impfung mittlerweile uneingeschränkt ab dem sechsten Lebensmonat.
[20.11.2006] Quelle:
Service Impfen aktuell