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Entstehung des Typ-1 Diabetes
Präventionsstudie bei erblich belasteten Neugeborenen
Das Institut für Diabetesforschung untersucht Einflussfaktoren der Typ-1 Diabetes- Entstehung bei erblich belasteten Neugeborenen.
Es gibt einige Unsicherheiten und Fragen, wenn man als Patient mit Diabetes lebt. Während Typ-1-Diabetiker meist schon früh lernen, mit den Folgen der Krankheit für sich selbst umzugehen, ergibt sich eine neue Situation, wenn eine Schwangerschaft gewünscht ist oder schon erfolgreich absolviert wurde. Aufgrund der erblichen Belastung des Nachwuchses steht die Frage im Raum, ob das Kind ebenfalls mit Diabetes wird lernen zu leben müssen.
In diesem Zusammenhang steht eine neue Studie zur Prävention des Typ-1-Diabetes, die vom Münchner Institut für Diabetesforschung unter Leitung von Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler durchgeführt wird.
Glutenhaltige Beikost erhöht Risiko
Die Untersuchung mit dem Namen BABYDIÄT prüft, ob durch eine gezielte Ernährung und Auswahl der Getreidezufuhr während des ersten Lebensjahres das Auftreten von Typ-1 Diabetes verhindert werden kann.
In der Vorläuferstudie BABYDIAB war untersucht worden, ob bei Kindern von Eltern mit Typ-1-Diabetes ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Antikörpern gegen Inselzellen, der Stilldauer, der erstmaligen Gabe von Milchersatznahrung und der erstmaligen Gabe von Beikost sowie von glutenhaltiger Beikost wie Brot, Zwieback, Müsli, Nudeln oder Mehlprodukten besteht.
Gefunden wurde, dass Kinder, die vor dem vierten Lebensmonat glutenhaltige Beikost gefüttert bekamen, ein fünffach erhöhtes Risiko hatten, bereits im Kleinkindesalter Antikörper gegen Inselzellen zu entwickeln. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass durch eine gezielte Ernährungsintervention innerhalb des ersten Lebensjahres die Häufigkeit von Inselautoimmunität und Typ-1-Diabetes bei erblich belasteten Kindern reduziert werden kann. Etwa 2.000 Kinder sind in BABYDIAB untersucht worden.
Tatsachen rechtzeitig kennen
Auch in der Nachfolgestudie wurden schon einige hundert Kinder bei Geburt untersucht, berichtet Thomas Kaupper vom Institut für Diabetesforschung. Als Teilnehmer werden stets Neugeborene aus ganz Deutschland gesucht, die nicht älter als drei Lebensmonate sind und bei denen ein Familienmitglied, zum Beispiel Eltern oder Geschwister, an Typ-1 Diabetes erkrankt sind.
Ideal sei, erklärt Kaupper, eine möglichst frühzeitige Aufnahme von diabetischen Schwangeren oder Frauen mit Kinderwunsch in die Studie, denn vorteilhaft ist die Blutabnahme bei Geburt aus der Nabelschnur. Die Blutentnahme erfolgt dabei nach Durchtrennung der Nabelschnur und stellt für das Kind keinerlei Gefahr oder Risiko dar
Von den Neugeborenen würde dann ein genetisches Risikoprofil für Typ-1 Diabetes erstellt und den Kindern mit erhöhtem Typ-1 Diabetes-Risiko empfohlen, an der Ernährungsintervention teilzunehmen und bei Geburt sowie alle drei Monate bis zum dritten Lebensjahr das Blut auf Antikörper gegen insulinproduzierende Zellen zu untersuchen.
Um weitere mögliche Einflussfaktoren zu erfassen, die mitunter bei der Entstehung des Typ-1 Diabetes eine Rolle spielen, würden nicht nur die Blutproben zur Untersuchung der Antikörper gesammelt, sondern auch Daten zur Ernährung und Impfungen erfasst.
"Es gibt diverse Vermutungen.", weiß Kaupper, doch für eine negative Auswirkung von Impfungen zum Beispiel keine bestimmten Nachweise. Hier Fakten statt Vermutungen zu haben ist das Ziel von BABYDIÄT.
BABYDIÄT sucht ständig Teilnehmer. Nähere Informationen sind erhältlich bei den Ansprechpartnern:
Thomas Kaupper, Christiane Winkler
Institut für Diabetesforschung
Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon 089 307931-14
E-Mail: mailto:prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
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[21.07.2004], Quelle: Diabetes
>News
Zeitung für die Diabetologie, 3. Ausgabe Mai 2004
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