Saccharin
= künstlicher Süßstoff von sehr hoher Süßkraft. Bislang keine gesundheitliche Schäden durch Saccharin nachgewiesen. Nach einer Empfehlung der WHO sollte die Tagesdosis aber auf 175 mg beschränkt werden.
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Saluretikum
= harntreibendes Medikament, das über eine verstärkte Natriumausscheidung Wasser ausschwemmt. Salukretika werden eingesetzt in der Behandlung des Bluthochdruckes, der Herzschwäche sowie zur Ausschwemmung von Wasser im Gewebe (Ödembildung).
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Schwangerschaft und Diabetes
Aufgrund der durch die Schwangerschaft bedingten hormonellen Veränderungen ist bei schwangeren Diabetikerinnen immer eine Beeinflussung der diabetischen Stoffwechsellage zu erwarten. Während im ersten Drittel der Schwangerschaft Unterzuckerungen gehäuft auftreten können (die Ursache hierfür ist noch nicht genau bekannt), kommt es im weiteren Verlauf zu einer Steigerung des Insulinbedarfs. Ursache ist ein schwangerschaftsbedingter Anstieg von Hormonen (Oestrogen, Progesteron usw.), die im Bezug auf das Blutzuckerverhalten als Insulin-Gegenspieler wirken. Dieser fordert eine ständige Anpassung der Insulindosis. Nach der Geburt fällt der Insulinbedarf rapide ab. Bezüglich der Qualität der Stoffwechseleinstellung während der Schwangerschaft gibt es klare Richtlinien: Blutzuckerwerte zwischen 60 und 120 mg/dl nüchtern, nach dem Essen nur gelegentlich bis 140 mg/dl.
HbA1 unter 7%, HbA1c unter 6%. Diese optimale Stoffwechseleinstellung läßt sich in den allermeisten Fällen nur über eine ICT (= intensivierte conventionelle Insulintherapie) erreichen. Im Rahmen dieser Behandlung sind meist mehrere Insulininjektionen erforderlich, wobei die Insulindosis der jeweiligen Blutzuckerhöhe angepaßt wird. Voraussetzung hierfür ist eine qualifizierte Schulung. Gelegentlich bietet sich auch eine Insulin-Pumpenbehandlung an. Eine Behandlung des Diabetes während der Schwangerschaft mit Tabletten ist nicht möglich, im Gegenteil sogar fehlerhaft.
Bei geplanter Schwangerschaft empfiehlt es sich, schon vor der Empfängnis eine sehr gute Stoffwechseleinstellung zu erzielen. Durch die optimale Diabeteseinstellung schon vor und während der Schwangerschaft, ist das Schwangerschaftsrisiko für die Diabetikerin (Gestose) und ihr Kind (Mißbildungen, Riesenbaby, Fruchttod im Mutterleib) ganz entscheidend zu senken.
Schwangerschaftsdiabetes: Während der Schwangerschaft auftretende diabetische Stoffwechsellage, die nach der Entbindung (in den meisten Fällen) wieder verschwindet. Nicht wenige (etwa 50%) der Frauen mit einem Diabetes während der Schwangerschaft entwickeln in späteren Jahren einen dauerhaft bestehenden Diabetes.
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Schweine-Insulin
Aus den Inseln von Schweinebauchspeicheldrüsen gewonnenes Insulin. Schweine-Insulin unterscheidet sich lediglich in einem Eiweißbaustein (Aminosäure) vom menschlichen Insulin. Schweine-Insulin findet trotz der Einführung von Human-Insulin nach wie vor große Verwendung.
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Sekundärversagen der Sulfonylharnstoffe (SH)
Im Gegensatz zum Primärversagen, also der Wirkungslosigkeit von Anfang an, versteht man unter Sekundärversagen ein Nachlassen der Sulfonylharnstoffwirkung nach zunächst erfolgreicher Behandlung über mindestens 1 Monat. Ein Sekundärversagen kann nach Monaten oder auch nach Jahren Behandlungsdauer auftreten und kündigt sich durch eine Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung an. Ursache ist gelegentlich eine Zunahme des Körpergewichtes (z.B. durch mangelhafte diätetische Disziplin), in den allermeisten Fällen aber ein Nachlassen der Inselzellfunktion. Sollte dies der Fall sein, wäre die Neueinstellung auf Insulin erforderlich. In diesem Fall ist es Unsinn, z.B. aus Angst vor der Spritze "es weiter mit der Tablette zu probieren". In Einzelfällen kann die nachlassende Sulfonylharnstoffwirkung durch die Kombination mit Insulin aufgefangen werden. Der Sinn der Kombination liegt darin, dass durch die weitere Verwendung von Sulfonylharnstoffen Insulin eingespart werden kann.
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Selbstkontrolle
Durchführung von Kontrollen z.B. des Blut- oder Urinzuckers durch den Patienten selber. Selbstkontrollen sind auch bei der Blutzuckermessung möglich. In den diabetologischen Schwerpunktpraxen werden alle z.Zt. am Markt befindlichen Geräte vorgehalten. Der Diabetiker kann sich das Gerät heraussuchen, mit dem er am besten zurechtkommt und erlernt die Handhabung des Gerätes mit Hilfe der Diabetesberaterinnen.
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SKAT-Therapie
(= Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie) Möglichkeit zur
Behandlung der erektilen Dysfunktion (Impotenz) als Folge diabetischer Nerven- oder Gefäßschädigungen. Ein Medikament (Wirkstoff: Prostaglandin E1) wird dabei vom Diabetiker in den weniger schmerzempfindlichen seitlichen Penisschaft gespritzt und ruft eine vorübergehende Versteifung des Gliedes hervor. Die SKAT-Therapie sollte nicht öfter als 2-3 mal pro Woche durchgeführt werden. Da die Zeitdauer der Versteifung von der gespritzten Medikamentenmenge abhängt und etwa 30-60 Minuten betragen sollte, ist eine exakte Dosierung des Wirkstoffs notwendig. Das kann am zuverlässigsten und bequemsten durch die Verwendung eines Pens erfolgen, in den das Medikament selbst aufgezogen werden kann (Disetronic-Pen 50).
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Soor
= Pilzerkrankung, hervorgerufen durch Candida. Ort des bevorzugten
Auftretens ist die Mundhöhle, aber auch die Scheide.
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Spätkomplikationen
Erst nach langjähriger Diabetesdauer auftretende Organschäden. Die typische Spätkomplikation des Typ-1-Diabetes ist die Mikroangiopathie, mit deren verschiedenen organtypischen Spielarten (Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie, siehe jeweils dort). Der typische Spätschaden des Typ-2-Diabetikers ist die Makroangiopathie (siehe dort). Es handelt sich dabei um eine gegenüber Nicht-Diabetikern vorzeitig und verstärkt eintretende Gefäßverkalkung.
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Spirale
= Intrauterinpessar. In die Gebärmutter eingelegter Fremdkörper in spiraliger Form, meist aus Kunststoff bestehend. Dient der Schwangerschaftsverhütung in dem er die Einnistung des Eies in die Schleimhaut der Gebärmutter verhindert. Die Möglichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft trotz Anlage einer Spirale liegt knapp unter 1%.
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Spritz-Eß-Abstand
Zeitlicher Abstand von Setzen der Insulinspritze bis zum Beginn der nachfolgenden Mahlzeit. Variationen des Spritz-Eß-Abstandes können zu einer Verbesserung der Diabeteseinstellung ohne Veränderung der Insulindosis genutzt werden. Eine Verlängerung des Eß-Spritz-Abstandes hat zur Folge, dass die zum Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme bereits einsetzende Insulinwirkung einen zu starken Blutzuckeranstieg verhindert. Diese Variante empfiehlt sich somit bei erhöhten Blutzuckerwerten vor der Mahlzeit. Demgegenüber kann die Verkürzung des Spritz-Eß-Abstandes zu einem Blutzuckeranstieg führen, da die Blutzuckerwirksamkeit der aufgenommenen Nahrung zeitlich vor der Insulinwirkung auftritt. Eine Verkürzung des
Eß-Spritz-Abstandes empfiehlt sich somit bei niedrigen Blutzuckerwerten vor den Mahlzeiten.
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Spurenelemente
Nur in geringen Mengen im Organismus vorkommende Substanzen, die für viele Stoffwechselvorgänge unentbehrlich sind. Zu den Spurenelementen zählen z.B. Kupfer, Eisen, Zink, Selen usw.
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STH
= somatotropes Hormon (Somatotropin) = Wachstumshormon (siehe dort).
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Stimmgabeltest
Test zur Prüfung der Vibrationswahrnehmung. Die Testung mit der neurologischen Stimmgabel stellt einen praktisch wichtigen Suchtest zur Früherfassung einer diabetischen Nervenschädigung dar. Untersucht wird, indem die schwingende Stimmgabel an verschiedenen Stellen des Fußes (Knöchel, Großzehengrundgelenk, Großzehenspitze) und zum Vergleich am Handgelenk aufgesetzt wird. Der Untersuchte gibt an, wann er die Schwingung nicht mehr spürt. Auch bei spätschädenfreien Diabetikern sollte als Routineuntersuchung einmal pro Jahr der Stimmgabeltest durchgeführt werden.
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Stoffwechselentgleisungen
Verschlechterung der Stoffwechsellage mit Blutzuckeranstieg und unter Umständen Auftreten einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose). Ursache ist meist ein Insulinmangel (zu niedrige Dosis bei erhöhtem Bedarf, z.B. bei Fieber) oder auch Diätfehler.
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Sulfonylharnstoffe (SH)
Substanzen mit einer einheitlichen chemischen Gruppierung (Sulfonylstruktur) mit denen eine blutzuckersenkende Wirkung zu erreichen ist. Sulfonylharnstoffe können oral, d.h. als Tabletten eingenommen werden. Ihre Wirkung beruht in erster Linie in einer Stimulierung der Insulinfreisetzung aus den Inselzellen. Somit hat der Einsatz von Sulfonylharnstoffen nur Sinn, wenn weitgehend funktionsfähige Inseln vorhanden sind. Dies ist zumindest bei einem Teil der Typ-2-Diabetiker der Fall. Gänzlich sinnlos ist die Anwendung von Sulfonylharnstoffen bei Typ-1-Diabetikern, da hier davon auszugehen ist, dass funktionsfähige Inseln nicht mehr vorhanden sind. Noch umstritten und nicht eindeutig belegt ist die Wirkung der Sulfonylharnstoffe an Strukturen außerhalb der Inseln. Die wichtigste Beobachtung in diesem Zusammenhang wurde an Insulinrezeptoren (siehe dort), also den Insulinbindungsstellen gemacht. Hier scheint sich der Sulfonylharnstoff günstig auszuwirken. Allerdings ließ sich ein positiver Effekt
nur bei Typ-2-Diabetikern erheben. Die derzeit wohl am häufigsten verwendete Substanz aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe ist das Gilbenclamid, das in verschiedenen Präparaten (Euglucon N, Gilbenclamid ratiopharm, Gilbenspuren N, Glucoredukt usw.) angeboten wird. Die Anwendung der Sulfonylharnstoffe beschränkt sich auf Typ-2-Diabetiker und zwar solche, die mit Diät alleine nicht ausreichend einzustellen sind. Keinesfalls sollten Tabletten als Diätersatz angesehen werden. Der wiederholte Nachweis von Aceton im Urin, der nicht auf Hungern zurückzuführen ist, deutet auf einen Insulinmangel hin und erfordert meist die Umstellung auf Insulin.
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Süßstoff
Im Grunde ist jede Substanz, die die Geschmacksempfindung "süß" vermittelt, ein Süßstoff. Im gängigen Sprachgebrauch engt sich der Begriff Süßstoff auf wenige, künstlich hergestellte Substanzen ein. Hierzu gehören u.a. Saccharin und Xylit (siehe dort), Cyclamat.
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Symptom
= Zeichen einer Erkrankung. So ist zum Beispiel ein vermehrter Durst oft ein Symptom für einen schlecht eingestellten Diabetes.
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