Pankreas
= Bauchspeicheldrüse. Großes, in der Tiefe des Oberbauches gelegenes drüsiges Organ, das unter anderem Verdauungssäfte produziert. In das Pankreas eingelagert sind die Langerhans'schen Inseln, die Hormone produzieren (u.a. Insulin). Aus diesem Grunde führen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse nicht selten auch zu Störungen der Zuckerverwertung und damit zu Diabetes.
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Pankreas, künstlich
Überwiegend zu wissenschaftlichen Zwecken verwendetes computergesteuertes Gerät, das bei Anschluß an das Blutgefäßsystem selbständig Blutzuckerbestimmungen erstellt und bedarfsgerecht Insulin verabreicht. Nach entsprechender Programmierung lassen sich konstante Blutzuckerwerte einstellen, wobei das Gerät einerseits hohe Blutzuckerwerte durch Insulin, niedrige durch Glucosegabe korrigiert. In der Forschung erwiesen sich diese Geräte als sehr nützlich, zur Beantwortung der verschiedensten Fragestellungen. In der Klinik finden sie allenfalls Verwendung bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse, sowie (selten) bei der Entbindung von Diabetikerinnen. Eine Verwendung zur Behandlung des Diabetes mellitus im Alltag scheitert u.a. an der Größe der Geräte. Der Begriff "künstliches Pankreas" ist an und für sich falsch, da das Gerät nur in der Lage ist, die Funktion der B-Zelle des Pankreas (nämlich die Insulinproduktion und Abgabe) zu imitieren, nicht aber die übrige Pankreasfunktion (Produktion von Verdauungssäften).
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Pankreasexstirpation
Operative Entfernung des Pankreas (siehe Pankreatektomie).
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Pankreasinsuffizienz
Unzureichende Funktion der Bauchspeicheldrüse.
Bei der sogenannten exokrinen Pankreasinsuffizienz werden Verdauungssäfte in unzureichender Menge gebildet. Dies hat eine mangelhafte Auflösung der Nahrung zur Folge und führt u.a. zur Ausscheidung unverdauter Nahrungsmittel. Der Begriff endokrine Pankreasinsuffizienz ist nicht gebräuchlich. Hierunter wäre eine verminderte Hormonbildung durch die Pankreasinseln zu verstehen. Dieses Krankheitsbild hat einen wesentlich gebräuchlicheren Namen: es handelt sich um den Diabetes mellitus.
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Pankreastransplantation
Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse von Spendern auf Empfänger. Dieser operative Eingriff wird u.a. bei schweren diabetischen Nierenschädigungen, gelegentlich auch in Kombination mit einer Nierenverpflanzung durchgeführt. Nach Minderung der Abstoßungsreaktion durch Verabreichung entsprechender Medikamente und Verbesserung der Operationstechnik, ist die Pankreastransplantation in letzter Zeit etwas häufiger und mit durchaus guten Erfolgen angewendet worden. Auf Grund des Aufwandes, des Operationsrisikos, der noch notwendigen Nachbehandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, ist die Pankreastransplantation jedoch nach wie vor keine Routinemethode geworden. Sie hat sich jedoch in einigen Fällen (z.B. bei schweren Gefäßschäden) als durchaus sehr vorteilhaft erwiesen. Ein Nachteil ist, dass die Transplantate manchmal nur über eine gewisse Zeit funktionsfähig bleiben.
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Pankreatektomie
Chirurgische Entfernung des Pankreas, z.B. bei Tumorbildung oder schweren Entzündungen. Wird das gesamte Pankreas entfernt
(= totale Pankreatektomie) entsteht zwangsläufig ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, da die im Pankreas gelegenen Langerhans'schen Inseln (d.h. die für die Insulinbildung verantwortlichen Zellen) aus operationstechnischen Gründen mitentfernt werden müssen.
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Pankreatitis
Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese kann akut verlaufen und ist dann ein meist sehr schweres Krankheitsbild. Bei einem chronischen Verlauf bestehen abgesehen von akuten Schüben oft nur diskrete Beschwerden.
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Parästhesie
Krankhafte abnorme Empfindung. Durch Störung der sensiblen Nervenleitung (z.B. bei der diabetischen Polyneuropathie) wird eine Empfindung hervorgerufen, die im erkrankten Nerv entsteht. Dies können sein: Kribbelmißempfindungen, Schmerzparästhesien, als Sonderform "Burning Feet" (siehe dort).
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Pathologisch
= krankhaft.
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Pen
(englisch pen = Federhalter, Füller) = Insulininjektionshilfe in Form und Größe eines Kugelschreibers in den Patronen mit Insulin eingelegt werden. Erleichtert die Insulininjektion in vielfacher Hinsicht, da insbesondere das Insulinaufziehen entfällt. Außerdem stehen für die unterschiedlichen Hautstärken sowie Injektionsstellen und -techniken verschiedene Pen-Nadeln (siehe auch dort) zur Verfügung. Der Pen läßt sich leicht aufbewahren (Jacke, Handtasche). Pen-Injektionshilfen gibt es bisher von mehreren Anbietern. Sie können allerdings nur für das Insulin des jeweiligen Herstellers verwendet werden. Ursache hierfür ist das Abfüllen des Insulins in unterschiedliche Glaspatronen. Verwendet wird durchweg U100-Insulin (d.h. 1 ml enthält 100 I.E. Insulin und ist somit 2,5-fach konzentrierter als U40). Ausnahme ist der D-Pen-U40 (Fa. Disetronic), dessen Reservoir vom Benutzer mit U40-Insulin selbst gefüllt wird.
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Pen-Nadeln
(auch Pen-Kanülen) = spezielle Kanülen für die Insulininjektion mit dem Pen. Für den möglichst schmerzarmen Einstich ist die besonders geschliffene Nadelspitze, zum leichten Eindringen in die Haut eine Beschichtung der Nadeloberfläche verantwortlich. Da schon einzelne Injektionen zu Abnutzungserscheinungen sowohl am Schliff als auch der Beschichtung führen, sollte die Nadel regelmäßig gewechselt werden. Durch die Abnahme der Nadel vom Pen nach der vorgenommenen Injektion wird außerdem ein Eindringen von Bakterien in die Insulinampulle sowie die Bildung einer Luftblase verhindert. Für die korrekte Insulinwirkung ist auch die richtige Einstichtiefe verantwortlich. Diese hängt ab von der Dicke der Haut (Körpergewicht), den Injektionsstellen (z.B. Bauch, Oberschenkel) und der Einstichart (senkrecht oder schräg, mit oder ohne Bildung einer Hautfalte). Da neuere Untersuchungen ergeben haben, dass die Hautdicke geringer ist als bisher angenommen, können im allgemeinen kürzere Nadeln (z.B. 10 mm lang) verwendet werden.
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Peritoneal-Dialyse
(Peritoneum = Bauchfell) Die Dialyse ist ein medizinisches Verfahren mit dem im Falle des Nierenversagens giftige Stoffwechselprodukte aus dem Organismus entfernt werden. Bei der Hämodialyse geschieht dies, indem das Blut durch einen Filter geleitet wird. Die Peritonealdialyse ist ein völlig anderes Verfahren. Hierbei wird Flüssigkeit über einen Katheter in den Bauchraum eingeleitet. Diese Flüssigkeit zieht die Stoffwechselabfallprodukte entsprechend einem Konzentrationsgefälle in die freie Bauchhöhle. Das Bauchfell (Peritoneum) wirkt dabei wie eine Membran, die nur in einer Richtung, nämlich in den Bauchinnenraum für die Abfallstoffe durchgängig ist. In mehreren Spülvorgängen werden die eingelassene Flüssigkeit und damit die Giftstoffe aus dem Bauchraum entfernt, bevor neue Flüssigkeit eingefüllt wird.
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Pessar
= Metall- oder Kunststoffring. Wird vom Frauenarzt zur Korrektur von Lageveränderungen der Gebärmutter eingeführt. Besonders geformte Pessare werden in die Gebärmutter eingelagert und dienen zur Empfängnisverhütung
(= Intrauterinpessare = "Spirale").
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Polyneuropathie
(siehe auch Abhandlung Neuropathie) Wörtlich übersetzt
bedeutet Polyneuropathie Erkrankung vieler Nerven. Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven. Diese sind Nervenleitungen, die von den Zentren (Gehirn und Rückenmark) zur Körperoberfläche ziehen. Polyneuropathien gehen mit verschiedenen Krankheitszeichen einher: Schmerzen, Mißempfindungen usw. Eine der wichtigsten Ursachen für die Polyneuropathie ist der Diabetes mellitus, wie auch der Alkoholmißbrauch.
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Polyurie
= vermehrtes Wasserlassen. Die Polyurie, die mit einer Steigerung der Urinproduktion einhergeht, ist beim Diabetiker in der Regel ein Symptom für einen schlecht eingestellten Diabetes. Nicht selten ist die Polyurie auch eines der ersten Symptome, das auf die bislang noch nicht entdeckte Stoffwechselerkrankung hindeutet. Die vermehrte Urinausscheidung kommt dadurch zustande, dass bei schlechter Stoffwechsellage und damit verbundenen hohen Blutzuckerwerten vermehrt Zucker über die Niere ausgeschieden wird (Glucosurie). Da Zucker aufgrund physikalischer Gesetze Wasser bindet, kommt es automatisch mit der verstärkten Zuckerausscheidung auch zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Der erhöhte Flüssigkeitsverlust ist auch der Grund für das verstärkte Durstgefühl bei schlecht eingestelltem Diabetes, das letztendlich zu einem verstärkten Trinken Anlaß gibt (Polydypsie). Wird der Flüssigkeitsverlust nicht durch Trinken ausgeglichen, kommt es zwangsläufig zu einem Austrocknen des Körpers (Exsikkose), ein Zustand, der insbesondere bei älteren Menschen gefährliche Folgen haben kann.
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Praediabetes
Heute kaum noch gebräuchlicher Begriff, der ein Vorstadium eines später eintretenden Diabetes mellitus kennzeichnen sollte.
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Praekoma-Diabetikum
Vorstadium des Koma Diabetikum. Im Gegensatz zum Koma Diabetikum besteht beim Praekoma nur eine geringe Bewußtseinstrübung. Wird die der Entstehung des Praekoma zugrunde liegende Ursache (z.B. Insulinmangel) nicht beseitigt, so entsteht zwangsläufig ein voll ausgeprägtes diabetisches Koma.
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Primärversagen
Nicht Ansprechen einer Behandlung mit Sulfonylharnstoffen bei deren erstmaliger Anwendung.
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Proinsulin
Vorstufe des Insulins, aus der durch Abspalten einer Eiweißkette
(C-Peptid) Insulin entsteht. Proinsulin hat bereits blutzuckersenkende Wirkung,
allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß als Insulin selber.
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Protein
= Eiweiß. Proteine sind sowohl für pflanzliche, als auch für tierische
Organismen wichtige Baustoffe. Sie bestehen aus zahlreichen Einzelelementen (Aminosäuren), die zu Ketten aneinander gereiht sind.
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Proteinurie
Allgemeiner Begriff, der die Ausscheidung von mehr als 150 mg Eiweiß über 24 Std. bezeichnet. Normalerweise ist der Urin eiweißfrei. Ein positiver Befund kann für eine fortgeschrittene oder beginnende Nierenfunktionsstörung sprechen. Aber auch andere Faktoren, z.B. Harnwegsinfekte, zu hoher Blutdruck, entzündliche Nierenerkrankungen können zu einer Proteinurie führen. Eine Eiweißausscheidung bei Patienten mit Diabetes mellitus muß sehr ernst genommen werden, da mit einem Fortschreiten der Nierenschädigung gerechnet werden muß.
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Pruritus
= Juckreiz. Viele Erkrankungen gehen mit Juckreiz einher, wobei nicht nur Erkrankungen der Haut, sondern auch solche der inneren Organe (z.B. der Leber) vorliegen können. Juckreiz ist auch ein häufiges Symptom bei Diabetes. Generalisiert (d.h. überall) auftretender Juckreiz besteht bei 3% aller Diabetiker, wobei die Verbesserung der Stoffwechseleinstellung auch eine Besserung des Juckreizes mit sich bringen kann. Gelegentlich ist Juckreiz auch Folge einer zu trockenen (fettarmen bzw. falsch gepflegten) Haut.
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Pseudoperitonitis diabetica
Bauchbeschwerden, die im Rahmen einer schweren Stoffwechselentgleisung des Diabetes (Azidose) auftreten können. Die Ursache der Pseudoperitonitis diabetica ist nicht eindeutig geklärt. Klinisch bestehen Schmerzen, Übelkeit, Brechreiz und ein geblähter Bauch. Die Abgrenzung gegenüber schwerwiegender Erkrankungen innerhalb des Bauchraumes (z.B.
geplatzter Blinddarm) kann mitunter schwierig sein.
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Pyelonephritis
Entzündung der Nieren und ableitenden Harnwegen durch Bakterien. Die Erkrankung kann akut und chronisch verlaufen. Akute Verlaufsformen sind meist durch hohes Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Krankheitsgefühl gekennzeichnet. Chronische Erkrankungen machen sich meist nur kaum bemerkbar. Das Entstehen einer Pyelonephritis kann durch verschiedene Faktoren (z.B. Diabetes, Blasenentleerungsstörungen usw.) begünstigt werden. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika nach Möglichkeit gezielt im Anschluß an einen vorangegangenen Erregernachweis aus dem Urin.
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