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Kleines Lexikon der Diabetologie
Nebenniere
Nephritis
Nephrogramm
Nephrolithiasis
Nephrologie
Nephropathie
Nervenleitgeschwindigkeit
Neuritis
Neuropathie, diabetische
NIDDM
Niereninsuffizienz
Nierenschwelle
Normalinsulin
Normoglykämie
NPH-Insulin
Nüchternblutzucker
Null-Diät

Nebenniere

Lebenswichtiges, paariges Drüsenorgan, das beidseits dem oberen Pol der Niere anliegt, zu dieser aber ansonsten keinerlei Beziehung hat. Die Nebennieren, die aus einem Rinden- und einem Markteil bestehen, sind die Bildungsstätte lebenswichtiger Hormone wie Cortison, Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone werden u.a. auch bei der Gegenregulation nach Unterzuckerungen freigesetzt und haben neben anderen Wirkungen auch eine Blutzuckersteigerung zur Folge.

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Nephritis

Entzündung der Niere, die akut und chronisch verlaufen kann. Ursache einer Nephritis ist in den allermeisten Fällen eine bakterielle Infektion.

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Nephrogramm

Röntgenologische Darstellung der Niere durch in die Vene (intravenös) verabreichte und von der Niere ausgeschiedene Kontrastmittel.

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Nephrolithiasis

Nierensteinleiden. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. beim Vorliegen einer Gicht sowie auch bei Nierenbeckenentzündungen) kommt es zur Ausbildung von kleinen Steinen, meist im Nierenbecken. Das Wandern dieser Steine in den Harnleiter führt zu schwersten Schmerzzuständen (Koliken).

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Nephrologie

Lehre von Funktion und Krankheiten der Niere.

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Nephropathie, diabetische

Der Begriff Nephropathie steht für Nierenerkrankungen. Unter diabetischer Nephropathie versteht man Veränderungen an den Nieren, die als sogenannte Spätkomplikationen nach jahrelanger Diabetesdauer entstehen und in der Regel beidseitig auftreten. Die diabetische Nephropathie ist kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern die Summe unterschiedlichster Veränderungen, die im Gefolge der diabetischen Stoffwechsellage in den Nieren entstehen können: Entzündungen, Gefäßveränderungen, Erkrankungen des Filterapparates der Niere (= Glomerula). Wie alle Spätschäden ist die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie abhängig von der Diabetesdauer, sowie ganz entscheidend auch von der Güte der Diabeteseinstellung: je besser die Zuckereinstellung, um so länger läßt sich die Entwicklung der diabetischen Nephropathie hinauszögern und unter Umständen ganz vermeiden. Ein wichtiges Zeichen für das Vorliegen einer Nephropathie ist der Nachweis einer Eiweißáusscheidung im Urin. Normalerweise ist das Nierenfilter nicht durchlässig für Eiweiß. Im Falle einer Schädigung z.B. durch Einlagerung von Zucker in die Eiweißmembran, ändert sich das Filter und wird "porös". Eine spezielle Behandlungsmöglichkeit für die Nephropathie gibt es nicht, um so wichtiger ist ihre Verhütung durch gute Stoffwechselergebnisse. Nicht selten führen Nierenerkrankungen zu Erhöhungen des Blutdrucks, der seinerseits wiederum zu einer zusätzlichen Nierenschädigung führen kann. Aus diesem Grunde ist eine Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte beim Diabetiker von ganz besonderer Bedeutung.

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Nervenleitgeschwindigkeit

Geschwindigkeit mit der ein Nerv eine Erregung an ein bestimmtes Zielorgan weiterleitet. Nerven sind vergleichbar mit Elektrokabeln. Sie leiten "Befehle", die als elektrische Erregungen im Zentrum (Gehirn) entstehen, in die Erfolgsorgane (z.B. Muskeln) weiter und lösen so eine Erregung aus. Ist ein Nerv (z.B. bei diabetischer Neuropathie) beschädigt, so verringert sich die Geschwindigkeit mit der Impulse weitergeleitet werden können. Somit ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die meist an einem Beinnerven vorgenommen wird, eine wichtige Methode zum Nachweis einer Neuropathie.

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Neuritis

Entzündung eines Nerven.

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Neuropathie, diabetische

Nervenschädigung verursacht durch Diabetes mellitus. Geschädigt werden sowohl Nerven, die für die Muskelbewegung (motorische Nervenfasern), für das Fühlen (sensible Nervenfasern) wie auch solche, die für die nervale Versorgung der inneren Organe zuständig sind (Autonomes Nervensystem). Je nach Befall der Nerven bildet sich ein unterschiedliches klinisches Bild aus: es können Muskellähmungen entstehen (motorische Neuropathie), Empfindungsstörungen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Schmerzen, Taubheitsgefühl (sensible Neuropathie) oder ein Mischbild von beiden (sensomotorische diabetische Neuropathie). Die Schädigung der Nervenversorgung innerer Organe (z.B. des Herzens oder des Darmes) wird als autonome Neuropathie bezeichnet. Sie führt zu Störungen der Herzfunktion des Magen-Darmtraktes (z.B. Verzögerung der Magenentleerung), der Harnblase, der Schweißbildung und andere mehr. Im Rahmen einer autonomen Neuropathie kommt es aber auch, und dies ist für den Diabetiker besonders bedeutsam, zu einer Verminderung der Gegenregulation nach Unterzuckerung. Dieser Umstand führt dazu, dass nach langjähriger Diabetesdauer Unterzuckerungen oft nicht oder erst verspätet bemerkt werden.
Der exakte Entstehungsmechanismus der diabetischen Nervenschädigung ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, dass überhöhte Blutzuckerwerte, d.h. ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle spielen. Einerseits führen hohe Blutzuckerwerte zu einer Verarmung des Nerven an für seine Funktion wichtigen Stoffen, zum anderen verursacht eine Zuckeraufnahme in die Eiweißbestandteile des Nerven, wie sie bei hohen Blutzuckerwerten möglich ist, eine direkte Nervenschädigung. Das Auftreten der diabetischen Neuropathie hängt eng mit der Diabetesdauer zusammen. Bei sehr schlechter Stoffwechseleinstellung wurden jedoch schwere Neuropathien bereits nach wenigen Jahren Diabetesdauer beobachtet. Die beste Behandlungsmöglichkeit der diabetischen Neuropathie ist eine optimale Diabeteseinstellung, z.B. im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie wie auch durch den Einsatz der Insulinpumpe.


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NIDDM

Insulinunabhängiger Diabetes mellitus ("non insulin dependent diabetes mellitus"). Diabetes, der ohne Insulin behandelt werden kann, v.a. Typ-2-Diabetes, ehe er nach längerer Dauer oder bei Auftreten von Spätkomplikationen evtl. insulinpflichtig wird.

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Niereninsuffizienz

Unfähigkeit der Nieren die normale Ausscheidungsfunktion für Wasser und giftige Stoffwechselprodukte aufrechtzuerhalten. Zwangsläufig kommt es durch die verminderte Ausscheidung zu einer erhöhten Konzentration sogen. harnpflichtiger Substanzen im Organismus, was im fortgeschrittenen Stadium zu einer "Nierenvergiftung" führt. In diesem Stadium ist ein Weiterleben nur durch den Einsatz der "künstlichen Niere" (Dialysebehandlung) möglich. Zu den harnpflichtigen Substanzen zählt u.a. auch das Kreatinin, dessen Anstieg über den Normbereich Rückschlüsse zuläßt auf die Minderung der Nierenfunktion. Eine Niereninsuffizienz kann akut (z.B. bei Vergiftungen), aber auch chronisch im Rahmen langsam verlaufender Nierenerkrankungen (z.B. chronische Nierenbeckenentzündung) auftreten.

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Nierenschwelle

Normalerweise ist der Urin zuckerfrei. Erst ab einem gewissen "Schwellenwert", nämlich ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl und höher (= Nierenschwelle) scheidet die Niere Glucose aus (gleichsam einem überlaufenden Faß). Die Nierenschwelle liegt nicht bei jedem Menschen gleich hoch, sondern zeigt individuelle Unterschiede. So kann sie z.B. bei Schwangeren deutlich unter, bei älteren Menschen deutlich über 180 mg/dl liegen. Im ersten Fall hätte dies zur Folge, dass Harnzuckerausscheidungen bereits deutlich unter 180 mg/dl Blutzucker auftreten können; ist die Nierenschwelle erhöht, (z.B. auf 200 mg/dl) treten erst bei diesem Zuckerwert Ausscheidungen auf.

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Normalinsulin

Gelegentlich verwendeter Begriff für Altinsulin (also kurzwirkendes Insulin).

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Normoglykämie

Im Normbereich liegende Blutzuckerwerte. Normoglykämie d.h. normale Blutzuckerwerte zu erreichen, ist heute das Therapieziel bei allen Typ-1- und jüngeren Typ-2-Diabetikern.

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NPH-Insulin

Verzögerungsinsulin (siehe dort). Durch den Zusatz von Protamin wird eine verzögerte Resorption des gespritzten Insulins bewirkt. NPH = Neutral-Protamin-Hagedorn, benannt nach Hagedorn, der das Protamininsulin 1936 entwickelte. Protamin verhindert die Löslichkeit des Insulins bei neutralem pH-Wert. NPH-Insulin kann als Monopräparat verwendet werden oder mit Altinsulin gemischt werden.

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Nüchternblutzucker

(NBZ) = im nüchternen Zustand morgens abgenommener Blutzuckerwert. Der NBZ des Stoffwechselgesunden liegt normalerweise unter 100 mg/dl.

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Null-Diät

Heute nicht mehr verwendete drastische Methode zur Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen. Hierbei werden keinerlei Kalorien, sondern lediglich kalorienfreie Flüssigkeiten verabreicht. Null-Diäten werden heute nicht mehr durchgeführt, da diese Behandlungsform aufgrund einer dabei möglicherweise entstehenden Übersäuerung des Blutes, insbesondere für ältere Menschen zu große Risiken birgt.

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