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Kleines Lexikon der Diabetologie
Kalorie
Kapillar
Kapillaroskopie
Karbunkel
Katarakt, diabetisch
Katecholamine
Ketoazidose
Ketogenese
Ketonkörper
Kimmelstiel-Wilson-Syndrom
Kohlenhydrat-Austauschtabelle
Kohlenhydrate (Kh)
Kohlenhydrateinheit
Koma diabetikum
Kombinationsinsulin
Kombinationstherapie
Kontrazeptiva
Koronarie
Koronarsklerose
Korrekturfaktor
Kreatinin
Kussmaul-Atmung

Kalorie

Maßeinheit der Energie. Eine Kalorie ist definiert als diejenige Energiemenge, die benötigt wird, um 1 g Wasser von 14,5° auf 15,5° zu erwärmen. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet die Kalorie den Brennwert der einzelnen Nahrungsmittel. Hoher Kaloriengehalt in der Nahrung führt dann zu einer Körpergewichtszunahme, wenn die aufgenommene Energie nicht völlig verbraucht wird und in Depots wandert (wo sie in der Regel als Fett gespeichert wird). Für Menschen, die Gewichtsprobleme haben, ist es notwendig auf "die Kalorie zu achten". 1977 wurde Joule als Maßeinheit der Energie eingeführt. Seit 1956 wurde die Internationale Kalorie auf 4,1868 Joule festgelegt. Zum überschlägigen Umrechnen muss also die Kalorienzahl mit etwa 4 multipliziert werden, um die Energiemenge in Joule zu erhalten. Dieser Begriff hat aber den Begriff der Kalorie nie ganz verdrängen können.

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Kapillar

(lat. capillus = das Haar) Die Kapillare gehört als ganz feines ("haarfeines") Gefäß zu einem Netzwerk von vielen kleinen Gefäßen, die den gesamten Körper durchziehen. Dieses Kapillarnetz ist als die Endstrombahn des blutzuführenden (= arteriellen) Systems zu betrachten. Hier finden alle lebenswichtigen Austauschvorgänge zwischen Blut und Gewebe statt (z.B. Sauerstoffabgabe von Blut an Gewebe, Abgabe von Stoffwechselabfallprodukten von Gewebe an Blut). Nach Passage des Kapillarbettes sammelt sich das Blut im venösen System und wird dem Herzen und der Lunge zur "Wiederaufbereitung" zugeführt.

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Kapillaroskopie

Betrachtung oberflächlich gelegener Blutkapillaren (z.B. im Nagelbett) durch ein Vergrößerungsglas. Die Kapillaroskopie gestattet mögliche Gefäßveränderungen des Diabetikers im Rahmen diabetischer Spätschäden ohne großen Aufwand frühzeitig zu erkennen.

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Karbunkel

Eitrige Entzündung mehrerer Haarwurzeln mit entzündlicher Mitreaktion der umgebenen Haut und Unterhaut.

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Katarakt, diabetisch

Die Katarakt ist dem medizinischen Laien besser als "grauer Star" bekannt. Dem Krankheitsbild liegt eine Verminderung des Sehvermögens durch Trübung der Linse oder der Linsenkapsel zugrunde. Die Katarakt ist bei Diabetikern häufiger anzutreffen als bei Stoffwechselgesunden, wobei die echte diabetische Katarakt allerdings ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen anzutreffen ist. Hierbei kommt es im Rahmen von Stoffwechselentgleisungen innerhalb kurzer Zeit zu einer Linsentrübung. Bei älteren Menschen ist eine Unterscheidung zwischen diabetisch bedingter oder durch natürlich Alterungsprozeß hervorgerufener Katarakt nicht möglich. Auffällig ist aber, dass der prozentuale Anteil der Diabetiker in der Gesamtzahl der Patienten mit Katarakt recht hoch liegt (etwa um 20%). Als Ursache der diabetischen Katarakt ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand die Hyperglykämie, also die Blutzuckererhöhung, bei schlecht eingestelltem Diabetes anzusehen.

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Katecholamine

Wichtige Hormone, die größtenteils im Mark der Nebenniere, aber auch in anderen Nervengeflechten gebildet werden. Bekanntester Vertreter der Gruppe ist Adrenalin. Dieses Hormon wird in Streßsituationen verstärkt freigesetzt und führt u.a. zu einer Beschleunigung des Herzschlages. Auch Unterzuckerungen, die vom Ablauf her letztendlich auch Streßsituationen darstellen, führen zur Freisetzung größerer Adrenalinmengen, wodurch die typische Hypoglykämiesymptomatik (Zittern, Herzklopfen, Unruhe) hervorgerufen wird.

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Ketoazidose

Übersäuerung des Blutes als Folge einer erhöhten Konzentration an Ketonkörpern. Ursache der gesteigerten Bildung von Ketonkörpern (= Ketogenese) ist beim Diabetiker der Insulinmangel.


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Ketogenese

Bildung bzw. Entstehung von Ketonkörpern. Ketonkörper stellen an sich normale Stoffwechselprodukte dar. Ihre Konzentration im Blut ist normalerweise sehr niedrig, da anfallende Ketonkörper rasch weiterverstoffwechselt werden. Ketonkörper als Abbauprodukte der Fettsäuren fallen naturgemäß dann verstärkt an, wenn vermehrt Fett abgebaut wird. Zu einem gesteigerten Fettabbau kommt es zum Beispiel im Hungerzustand (Fastenkur), wobei der Organismus auf seine Depots als Energieträger zurückgreifen muß. Somit geht jeder Hungerzustand immer auch mit einer Steigerung der Ketogenese einher, was letztlich auch am positiven Nachweis von Aceton im Urin beweisbar wird. Beim Diabetiker ist für eine verstärkte Ketogenese in aller erster Linie der Insulinmangel verantwortlich. Eine der zahlreichen Wirkungen des Insulins ist die Hemmung des Fettabbaus. Fällt infolge Insulinmangel diese Bremse weg, kommt es zwangsläufig über den gesteigerten Fettabbau zu einer erhöhten Konzentration an Fettsäuren, die weiter zu Ketonkörpern abgebaut werden. Ist der Insulinmangel sehr ausgeprägt und hält länger an, so kommt es zu sehr hohen Konzentrationen an Ketonkörpern im Blut. Die damit verbundene Übersäuerung des Blutes (Azidose) ist ein wesentliches Merkmal des (ketoazidotischen) Koma diabetikum. Grundsätzlich kann es auch nach einer Unterzuckerung zu einer gesteigerten Ketogenese kommen. Ursache hierfür sind die im Rahmen einer Gegenregulation freiwerdenden Hormone, die zu einem verstärkten Fettabbau führen.

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Ketonkörper

Übergeordneter Begriff für mehrere Substanzen (Acet-Essigsäure, Aceton und Beta-Hydroxy-Buttersäure), die beim Abbau von Fettsäuren als Zwischenprodukt entstehen und im Stoffwechsel weiter verarbeitet werden, so dass sie normalerweise im Blut nur in geringen Mengen anfallen. Über die Entstehung der Ketonkörper, siehe Ketogenese.

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Kimmelstiel-Wilson-Syndrom

Im Spätstadium des Diabetes mellitus auftretende Nierenerkrankung, die durch Veränderungen der kleinen und kleinsten Nierengefäße (Kapillare) gekennzeichnet ist. Während anfangs nur eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin nachweisbar ist, zeigen spätere Stadien eine mehr oder minder ausgeprägte Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz). Wie alle Spätschäden des Diabetes mellitus ist auch das Kimmelstiel-Wilson-Syndrom durch eine gute Diabeteseinstellung hinauszuschieben, bzw. vollkommen zu verhindern.

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Kohlenhydrat-Austauschtabelle

Grundlage der Diabetesdiät ist nach wie vor die Verteilung der Kohlenhydrate auf die einzelnen Mahlzeiten. Um den Gehalt der einzelnen Nahrungsmittel an Kohlenhydraten einschätzen zu können, wurde der Begriff der Broteinheit (BE) geschaffen. Einer Broteinheit entsprechen 12 g Kohlenhydrate. Kohlenhydrat-Austauschtabellen enthalten Angaben über diejenige Menge in Gramm eines Nahrungsmittels, die einer BE entspricht. Solche Tabellen erlauben die Ernährung variabler zu gestalten, da man verschiedene Nahrungsmittel gegeneinander austauschen kann, ohne den Überblick über die dabei konsumierte BE-Menge zu verlieren. Grundsätzlich sollte man aber wissen, dass nicht alle Nahrungsmittel gegeneinander austauschbar sind.

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Kohlenhydrate (Kh)

Große Gruppe von Substanzen, die alle unter dem Sammelbegriff "Zucker" zusammengefaßt werden. Chemisch sind Kohlenhydrate Verbindungen, die aus Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff bestehen. Kohlenhydrate sind wichtige Energieträger in der menschlichen Nahrung. Einfache Zucker sind die sogen. Monosaccharide (z.B. Glucose). Lagern sich mehrere Zuckermoleküle zusammen, so entstehen Mehrfach-Zucker (Polysaccharide). Bekanntestes Polysaccharid und gleichzeitig wichtigstes Kohlenhydrat ist die Stärke, die in zahlreichen Nahrungsmitteln vorkommt (z.B. Kartoffel).

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Kohlenhydrateinheit

Abkürzung KE, entspricht 10 g Kohlenhydrate. Siehe auch Broteinheit.

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Koma diabetikum

siehe Coma diabeticum.

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Kombinationsinsulin

Mischinsulin. Beseht aus einem Anteil Altinsulin und einem Anteil Verzögerungs-Insulin. Mischungen mit einem Altinsulinanteil von 10-50% sind erhältlich.

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Kombinationstherapie

Kombination eines oralen Antidiabetikums (siehe dort) mit Insulin. Oder Kombination der verschiedenen oralen Antidiabetika untereinander. Je nach Bedarf können die unterschiedlichsten Kombinationen angewandt werden.

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Kontrazeptiva

Mittel zur Empfängnisverhütung. Bekannteste Kontrazeptiva sind die Ovulationshemmer (= Pille) sowie die mechanischen Verhütungsmittel wie Kondome und Intrauterinpessare (= Spirale).

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Koronarie

siehe Coronar-Arterie

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Koronarsklerose

siehe Coronarsklerose.

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Korrekturfaktor

Begriff aus der intensivierten Insulineinstellung. Hierbei wird zu den Mahlzeiten je nach Menge der zu essenden BE's eine gewisse Menge Insulin gespritzt. Liegt der Blutzucker vor dem Essen über einem Zielwert, der jeweils definiert werden muß, so wird eine bestimmte Menge Insulin zusätzlich injiziert. Diese zusätzliche Menge Insulin, die genau berechnet wird, nennt man Korrekturfaktor.

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Kreatinin

Abfallprodukt aus dem Muskelstoffwechsel. Als harnpflichtige Substanz wird Kreatinin bis auf geringe Mengen über die Nieren ausgeschieden. Kommt es zu einer Funktionsstörung der Nieren (Niereninsuffizienz), so werden die harnpflichtigen Substanzen zu denen das Kreatinin zählt, vermindert ausgeschieden, d.h. ihre Konzentration im Blut steigt zwangsläufig an. Im Falle des Kreatinins verläuft der Anstieg der Konzentration im Blut ziemlich genau parallel zu dem Nachlassen der Nierenfunktion, d.h. je höher der Kreatininwert im Blut, desto schlechter die Nierenfunktion.

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Kussmaul-Atmung

Rhythmische, abnorm tiefe Atmung mit normaler oder erniedrigter Frequenz. Kommt z.B. beim ketoazidotischen Coma diabeticum mit Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper vor. Durch die vertiefte Atmung versucht der Körper, Säure in Form von Kohlensäure abzuatmen um der Übersäuerung entgegenzuwirken.

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