ICT
Intensivierte konventionelle Insulintherapie. Insulineinstellung, die der natürlichen Insulinsekretion von Gesunden möglichst nahekommen soll. Zu den Mahlzeiten wird Normal- oder Lispro-Insulin gespritzt (Bolus). Der Basisinsulinbedarf wird durch eine 1-4 malige Injektion eines Verzögerungs-Insulins erreicht (siehe auch Basis-Boluskonzept). Eine ICT wird bei Typ-1-Diabetikern empfohlen, aber auch bei jüngeren Typ-2-Diabetikern, um eine möglichst normnahe Einstellung zu erreichen. Voraussetzungen sind eine intensive Schulung und mehrmals täglich Blutzuckermessungen zur Anpassung der Insulinmenge. Eine andere Form der ICT ist die Insulinpumpentherapie (siehe Insulinpumpe).
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IDDM
Insulinpflichtiger Diabetes mellitus ("insulin dependent diabetes mellitus"). Insulinpflichtig ist grundsätzlich der Typ-1-Diabetes, aber auch der Typ-2-Diabetes, der nach einer gewissen Dauer nicht mehr auf Tabletten und Diät anspricht (siehe auch Typ-1, Typ-2).
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Idealgewicht
Unter Idealgewicht versteht man dasjenige Körpergewicht, das statistisch gesehen die längste Lebenserwartung verspricht. Es entspricht in etwa demjenigen Körpergewicht in kg das man erhält, wenn man vom Sollgewicht (errechnet nach der Broca-Formel: Sollgewicht in kg = Körpergewicht in cm minus 100) bei Männern 10%, bei Frauen 15% des errechneten Wertes abzieht. Beispiel: Das Idealgewicht eines 175 cm großen Mannes errechnet sich wie folgt: 175-100 = 75 (dieser Wert entspricht dem Sollgewicht in kg): das Idealgewicht ergibt sich folgendermaßen: Idealgewicht = Sollgewicht -10% also: 75-7,5 =
67,5 kg.
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Impotenz
Sexualstörung des Mannes. Beim Vorliegen einer Impotentia coeundi besteht Unvermögen, einen Geschlechtsverkehr durchzuführen. Ursache hierfür ist die fehlende oder unzureichende Steifigkeit des männlichen Gliedes. Hervorgerufen wird die Impotentia coeundi wesentlich häufiger durch psychische, als durch organische Ursachen. Organische Ursachen sind z.B. diabetesbedingte Veränderungen der Muskulatur des Gliedes, autonome Neuropathie, Durchblutungsstörungen, Hormonmangel oder Mißbildungen am Geschlechtsorgan. Eine Methode, die durch den Diabetes bedingte Impotenz zu behandeln ist die SKAT-Therapie (siehe auch dort). Unter einer Impotentia generandi versteht man die Unfähigkeit des Mannes Kinder zu zeugen. Bei dieser Störung kann der Mann zwar den Geschlechtsakt durchführen, aufgrund von Veränderungen seines Samens oder seiner samenbildenden Organe ist er aber zeugungsunfähig.
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Indikation
Grund für das Ergreifen ärztlicher Maßnahmen hinsichtlich Abklärung bzw. Behandlung eines Patienten. Beispiel: Ein Diabetiker, bislang mit
Tabletten eingestellt, hat zunehmend höhere Blutzuckerwerte trotz diätetischer Disziplin. Er neigt zunehmend auch zur Acetonbildung. Der Arzt diagnostiziert
einen Insulinmangel und sieht darin die Indikation zur Weiterbehandlung mit Insulin.
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Infarkt
Rasches Zugrundegehen von lebendem Gewebe als Teil eines Organs oder ganzer Organe durch plötzlich eintretenden Sauerstoffmangel. Der Sauerstoffmangel ist in der Regel Folge eines plötzlichen Gefäßverschlusses (z.B. durch einen Thrombus = Blutgerinsel). Bekanntestes Infarktereignis ist der Herzinfarkt (Myokardinfarkt). Hierbei führt ein Verschluß eines Herzkranzgefäßes
(= Coronar-Arterie) zu einem abrupten Abbruch der Blutversorgung bestimmter Herzmuskelanteile, die damit völlig ohne Sauerstoff sind und somit zugrunde gehen. Infarkte gibt es auch an anderen Organen, z.B. Niere, Lunge, Milz.
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Infekt
Dieser Begriff steht in der Regel für eine meist harmlose, oft ohne besondere Maßnahmen abklingende Ansteckungserkrankung, meist der Verdauungs- oder der Atemorgane (z.B. Durchfallerkrankung, Schnupfen).
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Infektion
Erste Phase einer ansteckenden Krankheit, wobei die Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze) in einen anderen Organismus eindringen. Der Zeitpunkt der Infektion fällt nicht immer mit dem Zeitpunkt des Ausbruches der Erkrankung zusammen (zwischen Infektion und Erkrankung liegt die Inkubationszeit).
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Infertilität
Unfruchtbarkeit. Unfähigkeit des Mannes, Kinder zu zeugen, bzw. der Frau, schwanger zu werden.
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Injektion
Einspritzen einer Flüssigkeit in den Körper. Es werden verschiedene Injektionsarten unterschieden, je nachdem wo hingespritzt wird; subkutane
Injektionen werden in das Unterhautfettgewebe, intramuskuläre in den Muskel, intravenöse in die Vene und intraarterielle in die Arterie verabreicht. Injektionen werden in der Regel mit Spritze und Kanüle (Nadel) vorgenommen.
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Inkubationszeit
Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch einer ansteckenden Erkrankung. Die Inkubationszeiten sind von Krankheit zu Krankheit verschieden und schwanken von wenigen Stunden bis mehrere Jahre (z.B. AIDS-Erkrankung).
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Inselzell-Antikörper
Antikörper (siehe bei Insulin-Antikörper) gegen Inselzellen. Nach bisher vorliegenden Untersuchungsergebnissen ist anzunehmen, dass die Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Inselzellen eine wichtige Rolle in der Entstehung des Diabetes mellitus Typ-1 spielt. Durch die Antikörperbildung und durch ihre Reaktion mit den Inselzellen kommt es zu einer Schädigung der
Inselzellen, so dass diese für die Insulinbildung ausfallen. Warum aber der Organismus die Antikörperbildung, die normalerweise zur Abwehr körperfremder Stoffe dient, auch gegen körpereigene Strukturen (hier die Inselzelle) einsetzt und sich damit selbst schädigt, ist unklar. Man nennt diesen Vorgang der Selbstschädigung Autoaggression. Krankheitsbilder, die mit Antikörperbildung gegen körpereigene Organe einhergehen heißen Autoaggressionskrankheiten.
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Inselzelle
Einzelbestandteil der Langerhans'schen Inseln. Hierbei handelt es sich um Zellverbände die wie Inseln im Meer in die Bauchspeicheldrüse eingelagert sind und der Hormonbildung dienen. Innerhalb der einzelnen Inseln, von denen eine große Anzahl existiert, lassen sich verschiedene Zelltypen unterscheiden, die unterschiedliche Funktionen haben. Zur Unterscheidung voneinander werden sie mit Buchstaben belegt (A, B, D-Zellen). Die zahlenmäßig überlegenen B-
Zellen (50-70% des Inselzellapparates), dienen der Insulinbildung. Zerstörung und Ausfall der B-Zelle führt aufgrund des dann resultierenden Insulinmangels zu Diabetes. Die A-Zellen produzieren Glukagon, den Wirkstoff, der als Insulingegenspieler in der Lage ist, den Blutzucker zu erhöhen.
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Insuffizienz
= ungenügende Funktion. Von der Insuffizienz eines Organs spricht man dann, wenn es nicht mehr in der Lage ist, die erforderliche Leistung zu erbringen. Beispiel: Herzschwäche nennt man Herzinsuffizienz. Eine Niereninsuffizienz liegt dann vor, wenn aufgrund einer ungenügenden Funktion der Nieren harnpflichtige Substanzen im Körper zurückbleiben. Der Begriff Insuffizienz beschreibt nur die (mangelhafte) Funktion eines Organs, nicht die Ursache, die der Störung zugrunde liegt.
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Insulin
Hormon, das in den B-Zellen der Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Die bei Stoffwechselgesunden täglich von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulinmenge liegt zwischen 25 und 40 E. Insulin besteht aus zwei Eiweißketten, die über Doppelschwefelbrücken miteinander verbunden sind. Wichtigste Wirkung des Insulins ist die Blutzuckersenkung. Daneben bewirkt Insulin unter anderem eine Hemmung des Zuckerneuaufbaues aus Bruchstücken von Zuckerbausteinen (z.B. bestimmte Eiweißanteile, Lactat) in der Leber sowie eine Hemmung des Fettabbaues. Zur Behandlung des Diabetes mellitus steht Insulin in verschiedenen Zubereitungen von verschiedenen Herstellern zur Verfügung. Hinsichtlich der Herkunft wird Schweine-, Rinder- und Humaninsulin unterschieden. Die weitere Unterscheidung erfolgt nach der Schnelligkeit des Wirkungseintritts und nach der Wirkdauer: Normal- oder Altinsuline haben einen raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer. Den Depot-Insulinen sind Verzögerungsstoffe zugemischt, die eine Wirkungsverlängerung hervorrufen. Depot-Insuline haben in der Regel einen trägen Wirkungseintritt.
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Insulin-Analoga
Insulin, das gentechnologisch oder chemisch verändert ist. Dadurch soll z.B. eine schnellere Resorption und damit eine früher einsetzende Wirkung im Blut erreicht werden. Bsp.: Lispro-Insulin: schnellerer Wirkeintritt und kürzere Wirkdauer wie Altinsulin.
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Insulinallergie
Bei Allergien handelt es sich um Überempfindlichkeitsreaktionen auf bestimmte Stoffe, im Falle der Insulinallergie also um Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insulin. Vom zeitlichen Ablauf werden zwei Formen unterschieden: allergische Reaktionen vom Sofort-Typ, sowie Allergien vom verzögerten Typ. Sofortreaktionen entstehen durch im Körper bereits vorhandene Antikörper (siehe bei Insulinantikörper) und führen innerhalb kurzer Zeit nach Insulininjektion zu allergischen Erscheinungen. Ist die Reaktion örtlich begrenzt, so entstehen am Injektionsort Schmerzen. Schwellung und
Rötung, gelegentlich Gewebsuntergang. Seltener sind Kreislaufreaktionen. Die Reaktion vom verzögerten Typ setzt mit "Wartezeit", meist erst nach 2-4 Tagen ein. Hierbei entstehen um die Injektionsstelle schmerzende, derbe und gerötete Schwellungen, die sich in 4-5 Tagen von selbst zurückbilden. Der Begriff der Insulinallergie wird meist ungenau verwendet. Gemeint ist in der Regel die allergische Reaktion auf das verwendete Insulinpräparat. Dieses Insulinpräparat enthält aber neben Insulin auch zahlreiche andere Substanzen wie Verzögerungsstoffe, Stabilisatoren, Desinfektionsmittel. Grundsätzlich sind allergische Reaktionen gegen alle diese Substanzen möglich, so dass es erforderlich ist, Tests durchzuführen, um die "schuldige Substanz" zu identifizieren.
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Insulinantikörper
Antikörper sind Eiweiße, die der Organismus zur Abwehr von Substanzen oder Mikroorganismen bildet, die er als fremd empfindet. Antikörperbildung ist somit eine wichtige Schutzmaßnahme zur Krankheitsabwehr. Da der Organismus aber nicht nur gegen Bakterien und Viren Antikörper bildet, sondern gegen alles was ihm fremd erscheint, bildet er auch Antikörper gegen von außen zugeführtes (und damit fremdes) Insulin. Die Antikörperbildung gegen Insuline ist um so stärker, je mehr das verwendete Insulin sich vom menschlichen Insulin unterscheidet. Somit wird verständlich, dass Rinderinsulin zwangsläufig zu einer stärkeren Antikörperbildung führen muß als Humaninsulin. Antikörper haben die Eigenart sich mit der Substanz, gegen die sie gebildet werden, zu einem Komplex zu vereinen. Im Falle des Insulins kann daraus eine Verminderung der Wirkung (Insulinresistenz) resultieren. Erfolgt diese Komplexbildung überschießend, so kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien).
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Insulinbedarf
Diejenige Menge an Insulin (in internationalen Einheiten), die ein insulinpflichtiger Diabetiker pro Tag spritzen muß, um eine gute Diabeteseinstellung zu haben. Der Insulinbedarf ist eine veränderliche Größe, die von verschiedenen Faktoren wie Körpergewicht, Diabetesdauer, Gesundheitszustand (z.B. Fieber) und Ausmaß körperlicher Aktivität beeinflußt wird.
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Insulinödeme
Meist zu Beginn einer Insulinbehandlung zu beobachtende Wassereinlagerung (= Ödeme) an den abhängenden Körperpartien (z.B. Beine), aber auch im Gesicht. Die Ursache der Ödembildung ist nicht eindeutig bekannt. Sie liegt möglicherweise in einer durch Insulin verminderten Kochsalzausscheidung. Durch den dadurch erhöhten Kochsalzgehalt des Körpers wird vermehrt Wasser zurückbehalten. Insulinödeme bilden sich meist ohne besondere Maßnahmen trotz Fortsetzung der Insulinbehandlung von selbst zurück.
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Insulinom
= Insulinproduzierendes Inselzellgeschwulst. 80-90% dieser Geschwulste sind gutartig, der Rest bösartig (d.h., es werden Tochtergeschwülste gesetzt). Klinisches Hauptmerkmal der
Insulinome ist die Unterzuckerung als Folge einer unnatürlich gesteigerten nicht bedarfsangepaßten Insulinproduktion.
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Insulinpumpe
Kleines Gerät, das kontinuierlich über 24 Stunden (Basalrate) sowie auf Knopfdruck (Bolus) Normalinsulin abgibt. Die Abgabe sowohl der Basalrate als auch des Bolus erfolgt über einen im Unterhautfettgewebe liegenden dünnen Katheter, wodurch die bei der ICT mit Spritze oder Pen üblichen häufigen Injektionen entfallen. Seltene andere Zugangswege für das Insulin sind die Vene (= intravenös) bzw. die Bauchhöhle (= intraperitoneal). Die weit überwiegende
Anzahl der heute verwendeten Insulinpumpen werden an beliebiger Stelle in bzw. unter der Kleidung getragen. Sogenannte implantierbare Pumpen, die nach Art von Herzschrittmachern in das Körpergewebe eingepflanzt werden, kommen selten zur Anwendung. Da alle derzeit zur Verfügung stehenden Pumpenmodelle nicht in der Lage sind, den Blutzucker zu messen, nimmt der Pumpenträger die Blutzuckerbestimmung wie auch die Wahl der Insulindosis selber vor (siehe auch ICT). Voraussetzung für eine Insulinpumpenbehandlung ist neben dem sicheren Beherrschen der ICT auch eine spezielle Pumpenschulung.
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Insulinresistenz
(resistance = Widerstand) Normalerweise bedeutet Resistenz Widerstandskraft (z.B. gegen Infekte). Unter Insulinresistenz versteht man im übertragenen Sinne Widerstand des Körpers gegen Insulin. Dies führt dazu, dass erst mit einer größeren Insulinmenge Wirkungen erzielt werden, die bei fehlender Insulinresistenz schon von kleineren Mengen erreicht werden. So ist die Insulinresistenz dann anzunehmen, wenn nach mindestens 2 Tagen der Insulinbedarf 200 IE pro Tag beträgt. Ursache der Insulinresistenz ist häufig die Bildung von Insulinantikörpern. In diesem Falle hängen sich die Antikörper an die Insulinteilchen an, wodurch Insulin hinsichtlich seiner Wirkung neutralisiert wird. So wird verständlich, warum erst hohe Insulinmengen eine Wirkung entfalten können. Einen etwas anderen Mechanismus hat die Insulinresistenz des übergewichtigen Diabetikers (Diabetes mellitus Typ-2b). Hier liegt die Ursache für die verminderte Insulinwirkung in einer Störung der Insulinbindungsstellen (= Insulinrezeptoren). Insulin wird zwar an die Bindungsstelle angelagert, aber die Signalweitergabe zur Glukoseaufnahme in die Zelle unterbleibt. Dies bedeutet, dass Insulin in seiner Wirksamkeit erheblich eingeschränkt wird. Diesen Mangel versucht die Bauchspeicheldrüse durch eine Mehrproduktion an Insulin auszugleichen. Dies führt dazu, dass sehr viele übergewichtige Diabetiker überhöhte Blutinsulinspiegel haben (Hyperinsulinismus). Die überhöhten Insulinspiegel bewirken aber eine Abnahme der Insulinbindungsstellen und somit eine weitere Einschränkung der Insulinwirkung. Über diesen Mechanismus (fehlende Signalantwort auf Insulin an der Insulinbindungsstelle, vermehrte Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse, Abnahme der Zahl von Insulinbindungsstellen) erklärt sich die paradoxe Tatsache, dass der Typ-2b-Diabetiker zwar höhere Blutinsulinspiegel hat als der Gesunde, aber dennoch erhöhte Blutzuckerwerte bietet. Die genaue Ursache der geschilderten Störung ist bislang nicht ausreichend erforscht. Jedenfalls weiß man, dass sie sich unter Gewichtsabnahme erheblich bessern kann. Das wichtigste Behandlungsprinzip bei Typ-2b-Diabetikern ist somit die Gewichtsabnahme.
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Insulinrezeptor
Bindungsstelle für Insulin. Insulinrezeptoren finden sich sowohl an Zellen von Organen an denen Insulin Wirkung entfaltet (z.B. Leber, Fett und Muskel) aber auch an Zellen, an denen Insulin keine bisher nachweisbare Wirkung hat (z.B. Blutzellen). Chemisch handelt es sich bei Insulinrezeptoren um Zuckereiweißkörper, die der Außenhaut der Zelle aufsitzen. Bildlich gesprochen kann man den Insulinrezeptor als Schloß bezeichnen, das durch den "Schlüssel" Insulin aufgeschlossen wird, um der Glucose den Weg in die Zelle zu ermöglichen. Insulin kann (wie übrigens alle Hormone) seine Wirkung nur über eine Bindung an den Rezeptor entfalten.
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Intermediärinsuline
Sehr häufig verwendete Insulinpräparate mit mittellanger Wirkung. Intermediärinsuline gehören zu den Verzögerungsinsulinen, also zu den Insulinen mit verlängerter Wirkung. Sie nehmen eine Mittelstellung zwischen den kurzwirkenden Alt-Insulinen und den ultralang wirkenden Insulinen ein.
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Joule
= Maßeinheit für die Energie. Der Energiebedarf des Organismus wird durch die Verstoffwechselung (= "Verbrennung") der aufgenommenen Nährstoffe gedeckt. Dabei ist der Brennwert, d.h. der Energiegewinn der einzelnen Nährstoffe unterschiedlich. Um den Energiegehalt der Nahrung, bzw. den Energiebedarf des Organismus abschätzen zu können, wurde als Maßeinheit die Kalorie, bzw. Kilo-Kalorie (Kcal) eingeführt. Im Zuge internationaler Vereinheitlichung der Maßeinheiten wurde 1977 die "Kalorie" als Maßeinheit der Energie durch "Joule" ersetzt. Eine Kilo-Kalorie (= 1000 Kalorien entspricht 4,186 Kilo-Joule).
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Juveniler Diabetes
Heute nicht mehr verwendeter Begriff für Diabetes mellitus Typ-1.
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