Dawn-Phänomen
(engl. dawn = Morgendämmerung) Blutzuckeranstieg in den frühen Morgenstunden. Dawn-Phänomene sind dadurch gekennzeichnet, dass der Blutzucker gegen Mitternacht gut liegt, in den frühen Morgenstunden (etwa ab 4 Uhr) jedoch sehr schnell ansteigt. Es resultiert folglich ein hoher Nüchternblutzucker. Die Ursache des Dawn-Phänomens ist unter anderem eine verstärkte Ausschüttung von verschiedenen Hormonen in der Nacht sowie am frühen Morgen, die sowohl die Zuckerfreisetzung aus der Leber erhöhen als auch die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin herabsetzen. Dawn-Phänomene sind nicht die einzigen Ursachen für hohe Nüchternblutzuckerwerte. Diese können ebenso durch einen Insulinmangel bei zu niedriger Abenddosis bzw. zu kurzer Wirkdauer des abendlichen Insulins oder auch durch Gegenregulation nach Unterzuckerung (Somogyi-Effekt) bedingt sein. Die Blutzuckereinstellung kann beim Dawn-Phänomen schwierig sein. Gelegentlich hilft die spätabendliche Injektion von Verzögerungsinsulin in den Oberschenkel als bed-time-dosis. In manchen Fällen lassen sich nur mit einer Insulinpumpe gute Nüchternblutzuckerwerte erreichen.
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Dehydratation
Austrocknung infolge Wassermangel. Dehydratation bei Diabetikern entsteht durch einen übermäßigen Wasserverlust infolge vermehrter Harnausscheidung. Das erhöhte Harnvolumen kommt zustande durch eine verstärkte Zuckerausscheidung bei hohen Blutzuckerwerten. Wird der Wasserverlust nicht durch Trinken ausgeglichen (z.B. bei Erbrechen), so kommt es zur Austrockung. Dieser Zustand ist für den Diabetiker nicht ungefährlich, da bei Dehydratation auch die Insulinwirkung nachläßt (eine "ausgetrocknete Zelle" wird insulinunempfindlich!).
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Depotinsulin
Längerwirkendes Insulin, das im Gegensatz zum kurzwirkenden
Insulin Zusätze enthält, die die Aufnahme des Insulins aus dem Unterhautfettgewebe in die Blutbahn verzögern. Hierdurch entsteht ein "Depoteffekt". Der Begriff Depotinsulin ist in letzter Zeit mehr und mehr durch den Begriff Verzögerungsinsulin verdrängt worden.
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Dermatologie
Lehre von den Erkrankungen der Haut.
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Desinfektion
Abtöten von Keimen durch physikalische (Hitze) oder chemische Verfahren (Seife, Alkohol usw.)
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Dextrose
= Traubenzucker (Glucose).
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Diabetes
(griech.: "Hindurchgehenlassen"). Bezeichnung für Krankheiten, die durch eine übermäßige, krankhafte Urinausscheidung gekennzeichnet sind.
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Diabetes insipidus
(griech.: "Wasserharnuhr", Durchfluß). Zwanghafte Steigerung der Urinausscheidung mit Harnmengen von bis zu 15 Litern (!) pro Tag. Ursache ist eine Störung im Hinterlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder eines übergeordneten Hirnzentrums. In seltenen Fällen findet sich als Ursache ein Nichtansprechen der Niere auf das wassersparende Hormon (ADH, Diabetes insipidus renalis).
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Diabetes mellitus
(griech.: ";honigsüßer Durchfluß"). Chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Charakteristische Merkmale sind Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie) und das Auftreten von Harnzucker (Glucosurie). Die Harnzuckerausscheidung hat dem Krankheitsbild den Namen gegeben. Zucker bindet Wasser und somit führt das Vorkommen von Zucker im Harn zwangsläufig auch zur vermehrten Ausscheidung von Wasser. Krankheitsbilder mit großem Harnvolumen heißen Diabetes (siehe oben). Der Zusatz "mellitus" (= honigsüß) erklärt sich durch den infolge Zuckergehaltes süßen Geschmack des Urins. Diese merkwürdige Namensgebung entstammt einer Zeit, als man weder Blutzucker noch Urinzucker messen konnte und sich allein auf die Beurteilung durch die menschlichen Sinne wie Schmecken, Riechen usw. beschränken mußte. Diabetes mellitus ist kein einheitliches Krankheitsbild. Gemeinsam ist allen Formen die Unfähigkeit, bzw. Einschränkung der Fähigkeit Traubenzucker (Glucose) zu verstoffwechseln. Die Ursachen sind vielfältig. In der Regel besteht ein Insulinmangel, in manchen Fällen ist die Wirksamkeit des an sich in ausreichender Menge gebildeten Insulins vermindert (Insulinresistenz). Gelegentlich führt die vermehrte Bildung von blutzuckersteigernden Hormonen (z.B. Cortison) zu Diabetes. Um die verschiedenen Diabetesformen etwas überschaubarer zu machen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 eine Einteilung vorgeschlagen, die mittlerweile weitgehend anerkannt wird. Die neue Einteilung hat die früher gängigen Begriffe wie jugendlicher Diabetes oder Altersdiabetes verdrängt. Es wird folgendermaßen unterschieden:
- Diabetes mellitus Typ 1
(Beta-Zell-Zerstörung, die zum absoluten Insulinmangel führt)
A. Immunologisch bedingt
B. Idiopathisch
- Diabetes mellitus Typ 2
(reicht vom Vorwiegen der Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zum Vorwiegen des Sekretionsdefekts mit Insulinresistenz)
- Andere Diabetestypen mit unbekannten Ursachen
- Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)
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Diabetisches Fußsyndrom
Es wird oft nur kurz "Diabetischer Fuß" genannt. Ein Syndrom bezeichnet einen Symptomkomplex, eine Gruppe von gleichzeitig auftretenden Krankheitszeichen. Das Diabetische Fußsyndrom ist der Ausdruck diabetesbedingter Spätschäden am Fuß. Die ursächlichen Faktoren sind die diabetische Nervenschädigung (Polyneuropathie), die Durchblutungsstörung (Makroangiopathie) und die Infektion. Es gibt unterschiedliche Schweregrade des Diabetischen Fußsyndroms. Auch variiert das Bild, je nachdem, welche Ursache vorliegt oder im Vordergrund steht. Der Nervenschaden kann zu einem Ausfall des Schmerzempfindens führen (Wunden können so leichter entstehen), zu einem Ausfall der Schweißsekretion (die Haut ist weniger geschmeidig) und zu Verformung der Füße (es entstehen Druckstellen und Schwielen). Die Durchblutungsstörung läßt entstandene Wunden weniger gut heilen und kann im fortgeschrittenen Stadium selbst zu Nekrosen (örtlichem Gewebstod), meist an den Zehen oder der Ferse führen. Die Infektion kann oberflächliche Gewebsschichten, aber auch Gelenke und Knochen betreffen. Es ist für den Arzt wichtig, vor der Behandlung eines Diabetischen Fußes entsprechende Untersuchungen (neurologische Untersuchung, Wundabstrich, Untersuchung der Durchblutung, Röntgenaufnahme des Fußes) durchzuführen, um dann gezielt behandeln zu können. In Schulungsprogrammen für Diabetiker wird vermittelt, wie das Diabetische Fußsyndrom vermieden werden kann: durch richtige Fußpflege, Verhaltensregeln bei Gefühlsverlust der Füße, Verhütung von Verletzungen, adäquates Schuhwerk und allgemeine Maßnahmen (z.B. Bewegung, nicht Rauchen).
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Diagnose
(griech.: "Erkenntnis") Nachweis bzw. Benennen einer Erkrankung.
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Diagnostik
Aufwand, der betrieben wird (z.B. Blutuntersuchung, Röntgen, EKG usw.), um eine Krankheit zu erkennen, d.h. eine Diagnose zu stellen.
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Dialyse
(gr. = "Trennung") Physikalisches Verfahren zur Trennung verschiedener Substanzen. In der Medizin steht der Begriff Dialyse gleichbedeutend für die Behandlung mit der "künstlichen Niere". Das Verfahren wird angewandt bei Menschen mit unzureichender Nierenfunktion (Niereninsuffizienz). Beim Dialysieren wird das Blut über ein Schlauchsystem durch einen Filter geleitet, wobei die giftigen Stoffwechselabbauprodukte entfernt werden. Solche Behandlungen mit der künstlichen Niere werden an 2-3 Tagen der Woche über mehrere Stunden durchgeführt. Nach besonderer Anlernung kann man eine Dialyse auch zu Hause unter Mithilfe der Angehörigen durchführen (Heimdialyse).
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Diarrhoe
(gr. = "Durchfluß") Durchfallerkrankung. Absetzen von dünnem ungeformten Stuhl mehrfach am Tage. Diarrhoen treten meist plötzlich (akut) auf und verschwinden auch rasch wieder. In der Regel sind virale oder bakterielle Infektionen die Ursache (z.B. Sommer- oder Reisediarrhoe). Längergehende (chronische) Durchfallerkrankungen können dagegen auf ernstere Gesundheitsstörungen hindeuten: Störung der Funktion von Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase, Nahrungsmittelunverträglichkeit, entzündliche Darmerkrankungen, gelegentlich auch Darmtumoren. Länger anhaltender Durchfall bei Diabetikern ist gelegentlich durch eine Beeinträchtigung des vegetativen Nervensystems (autonome Neurophatie) bedingt. Dies betrifft vor allem Diabetiker mit langjährigem Diabetes und unzureichender Langzeitbehandlung.
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Diät
Besondere Kost und Ernährungsform, die je nach Zielrichtung verschiedenen Gesundheitsstörungen Rechnung tragen will. Es gibt vielfältige Diätformen. Durch die Diabetesdiät wird die Kohlenhydrataufnahme geregelt. Reduktionsdiät ist kalorienvermindert und soll helfen Gewicht zu reduzieren. Fettarme Diät wird bei Fettstoffwechselstörungen verordnet.
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Differentialdiagnose
Erörterung bzw. Abgrenzung der verschiedenen Krankheiten, die als Ursache für eine Gesundheitsstörung, bzw. vorliegende Krankheitszeichen (Symptome) in Frage kommen. Beispiel: als Symptom werden Schmerzen in der Magengegend angegeben. Als Ursache kommen mehrere Störungen in Betracht: Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Magenschleimhautentzündung, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse usw. Die Aufzählung und Erörterung dieser verschiedenen Krankheiten, die alle das Symtpom "Schmerzen in der Magengegend" machen könnten, nennt man Differentialdiagnose.
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Digestivum
Die Verdauung anregendes Mittel.
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Diuretikum
(Mehrzahl Diuretika) Harntreibendes Medikament zum Ausschwemmen von unerwünschten Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), z.B. bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Aufgrund ihrer Fähigkeit zur verstärkten Ausscheidung von Natrium werden Diuretika auch zur Blutdrucksenkung verordnet.
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Doppelentleerung
Gemeint ist die Doppelentleerung der Harnblase. Gelegentlich bereitet es Schwierigkeiten, hohe Nüchternblutzuckerwerte bezüglich ihrer Ursache exakt zu beurteilen. Morgendlich hohe Blutzuckerwerte können sowohl Folge eines Insulinmangels während der Nacht sein, aber auch reaktiv nach durchgemachter Unterzuckerung im Rahmen der sogenannten Gegenregulation entstehen. Die Unterscheidung beider Ursachen ist aber für die weitere Behandlung sehr wichtig, da in dem einen Fall die abendliche Insulindosierung erhöht, nach Unterzuckerung aber reduziert werden müßte. Für den Fall, dass die Symptome nicht eindeutig auf Unterzuckerung hindeuten, bietet die Doppelentleerung der Blase zusätzlich Entscheidungshilfe. Sie wird folgendermaßen durchgeführt. Im Abstand von 60 Min. wird die Harnblase entleert und eine Harnzuckerkontrolle durchgeführt. Liegt ein Insulinmangel vor, so ist meist der Harnzuckergehalt der ersten Urinproben genau so hoch wie der, der zweiten. Im Falle einer vorausgegangenen Unterzuckerung, enthält die erste Harnportion in der Regel meist deutlich weniger Zucker als die zweite.
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Dusk-Phänomen
(engl. dusk = Abenddämmerung) Blutzuckeranstieg am späten Nachmittag. Die Ursachen für das Dusk-Phänomen entsprechen denen für das Dawn-Phänomen: eine verstärkte Ausschüttung von blutzuckersteigernden Hormonen sowie eine Verringerung der Insulinempfindlichkeit des Körpers. Im Unterschied zum Blutzuckeranstieg in den Morgenstunden ist das nachmittägliche Dusk-Phänomen nicht so stark
ausgeprägt.
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