B-Zellen (auch Betazellen)
Zellgruppierung innerhalb der Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse. Die B-Zellen sind für die Insulinbildung verantwortlich. Bei Typ-1-Diabetes findet sich in der Regel eine völlige Zerstörung der Inselzellen und damit ein absoluter Insulinmangel. Bei Typ-2-Diabetes sind die B-Zellen äußerlich oft intakt, aber in ihrer Funktion gestört, wodurch unter Umständen eine verzögerte, bzw. verminderte Insulinabgabe resultiert. Unter einer künstlichen B-Zelle versteht man ein computerisiertes Gerät, das nach Anschluß an das Blutgefäßsystem eines Patienten selbständig in der Lage ist, Blutzuckermessungen durchzuführen und (wie die natürliche B-Zelle) in Abhängigkeit von der jeweiligen Blutzuckerhöhe Insulin zu infundieren. Die heute zur Verfügung stehenden Geräte haben Bedeutung für klinisch-wissenschaftliche Untersuchungen, spielen aber in der Diabetesroutinetherapie unter anderem auf Grund ihrer Größe keine Rolle.
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Basalrate
Begriff aus der Insulinpumpentherapie. Hinsichtlich des täglichen Insulinbedarfs muß man 2 Komponenten unterscheiden: einmal diejenige Insulindosis, die erforderlich ist, um einen mahlzeitenbedingten Blutzuckeranstieg abzufangen, und zum zweiten, den sogenannten Grundbedarf, den der Organismus zur Aufrechterhaltung insulinabhängiger Funktionen (z.B. die Unterdrückung der Blutzuckerneubildung in der Leber) benötigt. Die zur Deckung des Grundbedarfs notwendige Insulinmenge (etwa 40-50% des Gesamtinsulinbedarfs) bezeichnet man in der Insulinpumpentherapie als Basalrate. Durch die Ausschüttung von Hormonen verändert sich der Grundbedarf im Laufe des Tages. Da mit der Pumpe die Insulinabgabe für jede Stunde individuell voreingestellt wird, können so die Schwankungen des Grundbedarfs am besten ausgeglichen werden. Die Basalrate wird als Normal- oder Analog-Insulin entsprechend der Programmierung kontinuierlich (auch in der Nacht) und automatisch abgegeben, so dass im Unterschied zur ICT mit der Spritze oder Pen die einzelnen Injektionen des Verzögerungs-Insulins entfallen.
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Basis-Boluskonzept
Modernes Konzept in der Insulinbehandlung, vor allem bei Typ-1-Diabetikern. Es wird versucht, durch kombinierte Gabe zweier unterschiedlich langwirkender Insuline die Insulinsekretion, d.h. die Insulingabe aus der Inselzelle des Stoffwechselgesunden nachzuahmen. Die Abgabe des Insulins aus gesunden Inselzellen erfolgt im wesentlichen unter zwei Gesichtspunkten: einmal werden ständig geringe Mengen an Insulin abgegeben, um den Grund- oder Basalbedarf des Stoffwechsels abzudecken. Dieser basale Insulinspiegel reicht jedoch nicht aus, um Blutzuckeranstiege durch Nahrungsaufnahme auszugleichen. Bei Nahrungszufuhr kommt es aus diesem Grunde zu einer zusätzlichen schnellen Ausschüttung von Insulin, so dass kein nennenswerter Blutzuckeranstieg entsteht. Um diese beiden Elemente der natürlichen Insulingabe zu imitieren, benötigt man bei einer Insulinbehandlung nach dem Basis-Boluskonzept zwei verschiedene Insuline: 1. ein langwirkendes (basales) Insulin mit einer Wirkdauer von 24 Stunden für den Grundbedarf und 2. ein kurzwirkendes Altinsulin, das vor jeder Mahlzeit als Bolus gespritzt werden muß, um mahlzeitenbedingte Blutzuckeranstiege abzufangen. Nach dem Basis-Boluskonzept arbeiten im übrigen auch die Insulinpumpen.
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Bed-time-Dosis
Späte Gabe von Verzögerungsinsulin (zwischen 22.00 Uhr und 24.00 Uhr). Diese Maßnahme bewährt sich vor allem bei Patienten, die zu nächtlichen Hypoglykämien (zwischen 0.00 Uhr und 3.00 Uhr) neigen.
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Berechnungseinheit
Abkürzung BE, entspricht Nahrungsmitteln mit ca. 10 bis 12 g verwertbaren Kohlenhydraten (siehe auch Broteinheit).
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Beta-Blocker
Medikamentengruppe, die bei folgenden Erkrankungen eingesetzt wird: bei erhöhtem Blutdruck, bei schnellen Herzrhythmusstörungen, bei der koronaren Herzkrankheit. Bei Diabetikern sollten nur sogenannte kardioselektive Beta-Blocker eingesetzt werden, d.h. solche, die ihre Wirkung v.a. am Herz und weniger an den Gefäßen ausüben. Als Nebenwirkung werden Veränderungen der Serum-Fette beschrieben, diese sind aber im Vergleich zu den Wirkungen am Herzen zu vernachlässigen. Auch die häufig befürchtete Verschleierung einer Hypoglykämiewahrnehmung unter Beta-Blocker ist selten.
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Bier, Diätbier
Diabetiker brauchen auf den Genuß von Bier nicht gänzlich zu verzichten. In maßvoller Menge getrunken kann es im täglichen Diätplan durchaus Berücksichtigung finden, jedoch nur nach Befragen des Arztes.
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Biguanide
Blutzuckersenkende Medikamente in Tablettenform. Biguanide hemmen die Zuckeraufnahme über den Darm und die Zuckerneubildung in der Leber.
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Biosynthese
(griechisch Bios = das
Leben, Synthese = Zusammenfügung) Bildung der einzelnen Elemente und
Stoffe eines Organismus, z.B. der Kohlenhydrate, der Fette und der Eiweiße.
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Blutglucose
(= Blutzucker) Gehalt des Blutes an Traubenzucker (= Glucose)
angegeben in mg/dl. Normalwert (nüchtern): 70-100 mg/dl.
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Body Mass Index
Abkürzung BMI.
Wird gemessen in Kilogramm Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Meter. Einheit kg/m2.
Der BMI ist ein Maß für das Körpergewicht: BMI 20-25 kg/m2: normal, 25-30 kg/m2: Übergewicht, 30-40 kg/m2: starkes Übergewicht, über 40 kg/m2: massives Übergewicht.
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Bolus
(latein: großer Bissen, "große Pille") Dieses Wort hat in verschiedenen
medizinischen Bereichen unterschiedliche Bedeutung. In der Diabetologie versteht man unter einem Bolus eine bestimmte Menge an kurzwirkendem Insulin (Altinsulin), die vor den Mahlzeiten gespritzt wird, um einen mahlzeitenbedingten Blutzuckeranstieg zu vermeiden. Die als Bolus verabreichte Insulinmenge ist keine feste Größe, sondern hängt von der jeweiligen Blutzuckerhöhe und der Anzahl BE, die man zu essen beabsichtigt, ab.
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Brittle-Diabetes
Eigenname für einen sich besonders labil verhaltenden Typ-1-Diabetes. Kein eigenständiges Krankheitsbild, auch keine Untergruppierung innerhalb der einzelnen Diabetestypen. Als Brittle-Diabetes werden solche Typ-1-Diabetiker bezeichnet, deren Blutzuckertagesprofile ohne ersichtlichen Grund sehr starke Schwankungen aufweisen und die somit nur sehr schwer einstellbar sind. Echte "Brittle-Diabetiker" sieht man selten. Oft liegt den Blutzuckerschwankungen nur eine schlechte Blutzuckereinstellung zugrunde. So führt z.B. eine Überinsulierung zu häufigen Unterzuckerungen und als Folge der anschließenden Gegenregulation zu erhöhten Blutzuckerwerten. In diesem Falle würde man nicht von einem Brittle-Diabetes sprechen.
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Bronzediabetes
Sonderform des Insulinmangeldiabetes, die im Rahmen einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) entstehen kann. Bei dieser Erkrankung kommt es aus bislang ungeklärter Ursache zu einer massiven Eisenüberladung der Zellen, z.B. in Leber- bzw. Inselzellen. Es kommt zu einer Zellzerstörung. Die Zellzerstörung der insulinproduzierenden Inselzellen führt letztlich zu einem Insulinmangel und somit zu einem Diabetes. Die Haut der betroffenen Patienten hat häufig einen Bronzeton, daher der Name.
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Broteinheit
(= BE) Berechnungsgrundlage zur Erfassung des Kohlenhydratgehaltes der Nahrung. 12 g Kohlenhydrate entsprechen 1 Broteinheit. Beispiel: 1/4 l Milch = 12 g Kohlenhydrate = 1 BE. Diese Definition hat in ihrer Grundform auch heute noch Gültigkeit, wurde allerdings 1976 deutlich erweitert. Bis dahin waren die Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit, Xylit), die in den Nahrungsmitteln und Getränken enthalten waren, als BE nicht mitgerechnet worden. Somit konnte man sich mit Zuckeraustauschstoffen relativ BE-arm ernähren, dabei aber gleichzeitig viele Kalorien zu sich nehmen, da der Brennwert, d.h. der Kaloriengehalt der Zuckeraustauschstoffe dem Kaloriengehalt der übrigen Kohlenhydrate vergleichbar ist. Aus diesem Grunde wurde 1976 die Definition der BE dahingehend erweitert, dass nun auch die Zuckeraustauschstoffe mitgerechnet werden müssen. Nach wie vor machen 12 g Kohlenhydrate 1 BE aus, dies gilt nun auch für Sorbit und Xylit.
In anderen Ländern wurde die Bezeichnung KE = Kohlenhydrateinheit = 10 g Kohlenhydrate verwendet. Da es eine z.T. erhebliche Schwankungsbreite bezüglich des Kohlenhydratgehaltes der Nährstoffe gibt, wurde als Schätzeinheit zur praktischen Orientierung die Berechnungseinheit als der Bereich definiert, der einer Nahrungsmittelmenge mit einem Gehalt an verwertbaren Kohlenhydraten von 10 bis 12 g entspricht. So kann die Abkürzung BE auch als Berechnungseinheit verstanden werden.
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BSG
(auch BKS = Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) Messen des Absinkens von roten Blutkörperchen in einem klein-lumigen, senkrecht stehenden Röhrchen. Es wird gemessen, um wieviel mm sich nach 1 bzw. 2 Stunden die roten Blutkörperchen in dieser Säule abgesetzt haben. Normalwerte beim Mann: bis zu 3 mm in der ersten und bis zu 8 mm in der zweiten Stunde (im Fachjargon: BSG 3/8 mm n.W.), bei Frauen liegen die Normalwerte um 6/11 bzw. bis zu 20 mm in der zweiten Stunde. Höhere Werte werden als Senkungsbeschleunigung bezeichnet. Sie könnten unter anderem auf eine Entzündung hinweisen.
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Burning Feet
Aus dem Englischen übersetzt heißt dies wörtlich "brennende Füße". Im fortgeschrittenen Stadium einer Neuropathie, einer diabetesbedingten Nervenschädigung, können spontan brennende Schmerzen mit extremer Berührungsschmerzhaftigkeit der Füße auftreten. Es kann nachts die Bettdecke über den Füßen nicht mehr ertragen werden.
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Bypass
(englisch: Umleitung, Umgehungsstraße) Blutumleitung bei Gefäßverschlüssen oder hochgradigen Gefäßverengungen. Die Situation ist etwa
vergleichbar mit einem Stau im Straßenverkehr. Auch hier wird versucht, durch Umleitung den Verkehr in Fluß zu halten. Durch Bypass-Operationen werden künstliche oder natürliche Gefäße (z.B. Venen) so in das ursprüngliche Gefäß
eingesetzt, dass das Blut vor dem Gefäßverschluß in das Umgehungsgefäß eintritt und dahinter in seine alte Strombahn wieder eintritt. Die Bypass-Chirurgie hat vor allem bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Coronarsklerose) große Bedeutung.
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