Retinopathie - eine diabetische Augenveränderung
Wenn Menschen in westlichen Ländern erblinden, ist Diabetes mellitus eine der häufigsten Ursachen:
Das Risiko der Diabetiker ist fünffach höher als in der sonstigen Bevölkerung. Insgesamt erblinden pro Jahr ca. 1700 Menschen mit Diabetes. Auch das Risiko einer schweren Minderung des Sehvermögens ist vervielfacht (ca. 2 Prozent in 8 Jahren).
Augenschäden sind eine spezifische Ausprägung der diabetischen Mikroangiopathie, deren Ursache der Überzucker ist.
Er schädigt auf Dauer die kleinen Gefäße in der Netzhaut der Augen in ganz charakteristischer Weise: Die Gefäße werden durchlässig ("brüchig"), Flüssigkeit dringt ins Gewebe (Ödeme); es können Gefäße neu gebildet werden, bluten oder sich verschließen wie bei einem Infarkt. Der Arzt spricht von diabetischer Retinopathie (retina (lat.) = Netzhaut).
Eine Verschlechterung (Komplikation) der Retinopathie bedeutet die Makulopathie, bei welcher der gelbe Fleck, der Bezirk des schärfsten Sehens, geschädigt ist (macula lutea (lat.) = gelber Fleck).
Retinopathie und Makulopathie stellen die wichtigsten und häufigsten Formen der diabetischen Mikroangiopathie dar.
Quellenangaben:
- Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle der diabetischen Retinopathie und Makulopathie: Evidenzbasierte Leitlinie DDG - Aktualisierung 11/2004
- Diabetologie in Klinik und Praxis, 5. Aufl 2003, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
- Handbuch Gesundheit (MSD Manual), 2. Aufl. 2005, Wilhelm Goldmann Verlag, München
- Pharmazeutische Zeitung 32/2005, S.22
- Pharmazeutische Zeitung 16/2003, S.24
- PubMed
- Recherche
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