Diabetische Nierenveränderungen
Die diabetische Nierenschädigung (Nephropathie) ist bei uns die häufigste Ursache für ein Nierenversagen mit der Folge der Notwendigkeit einer ständigen Blutwäsche (Dialyse).
Der Betroffene spürt von den Nierenveränderungen nichts, so dass regelmäßige Kontrolluntersuchungen von Urin und Blut notwendig sind. Häufigkeit und Ergebnis sollte in den
Diabetes-Pass eingetragen werden.
Die frühen Phasen der Nierenschädigung sind durch Laboruntersuchungen nicht festzustellen. Das erste faßbare Zeichen einer Nierenschädigung ist eine Ausscheidung von ganz geringen Mengen an Eiweiß im Urin (Mikroalbumine). Man spricht dann von einer beginnenden Nierenschädigung. Die Veränderungen sind grundsätzlich noch rückbildungsfähig.
Wenn diese zunehmen und die Eiweißausscheidung auf Werte über 300 mg pro Tag ansteigt (Albuminurie), ist die Nierenschädigung nicht mehr vollständig rückbildungsfähig.
Bei einem Anstieg der Eiweißausscheidung über 0,5 g pro Tag spricht man von einer "großen Eiweißausscheidung" (Proteinurie). Die Gefahr eines endgültigen Nierenversagens ist dann sehr hoch. Erst bei fortgeschrittener Nierenschädigung mit bereits deutlich erhöhter Eiweißausscheidung ist im Blut eine Verminderung der Nierenfunktion durch eine Erhöhung des Kreatininspiegels zu erwarten.
Es gibt 3 verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:
- Blutdruckeinstellung
Eine gute Blutdruckeinstellung ist die entscheidende Behandlungsmaßnahme. Hierdurch läßt sich eine diabetische Nierenschädigung verhindern oder die Eiweißauscheidung deutlich reduzieren, so dass eine Dialyse verhindert oder beträchtlich hinausgezögert werden kann.
- Blutzuckereinstellung
Durch eine gute Blutzuckereinstellung in Verbindung mit der Blutdruckbehandlung läßt sich das Auftreten einer Nierenschädigung verhindern und insbesondere in den frühen Phasen günstig beeinflussen.
- Eiweißarme Ernährung
Bei einer großen Eiweißausscheidung läßt sich durch eine eiweißarme Ernährung die Menge der Eiweißausscheidung senken. Die heißt in aller Regel eine überwiegend vegetarische Kost und der Verzicht auf Milchprodukte.