Prävention von Typ-2-Diabetes: Warum und wie?

1. Diabetes-Typ-2 ist nicht heilbar, aber zu verhindern!

Auch im Zeitalter wirksamer Antidiabetika und breit verfügbaren Insulins stellt der Typ-2-Diabetes eine schwere Erkrankung dar. Die Basisbehandlung, die in einer Ernährungsumstellung und mehr körperlicher Aktivität besteht, wird von vielen Betroffenen als Einschränkung der Lebensqualität empfunden (obwohl sie das nicht sein muss).

Auch die Notwendigkeit, konsequent Medikamente einzunehmen oder gar Insulin zu spritzen, empfinden viele Patienten als Belastung. Hinzu kommt: Die verfügbaren Therapien

  • verzögern das Fortschreiten der Erkrankung, stoppen es aber nicht;
  • verlängern das Überleben, aber die individuelle Lebenserwartung bleibt messbar niedriger als bei Gesunden.

Für die Gesellschaft bedeutet die Zunahme der Diabetespatienten Kosten, die das Gemeinwesen kaum noch stemmen kann. Nach einer Hochrechnung von Krankheitskosten der AOK Hessen verursacht jeder Diabetiker im Durchschnitt jährliche Mehrkosten von knapp 2.600 Euro, was dem Gesundheitssystem bei sieben Millionen Patienten Mehrkosten in Milliardenhöhe aufbürdet.

Pro Jahr wächst die Zahl der Diabetiker um etwa 5% oder 300.000, ohne dass eine Trendwende absehbar wäre. Die Krankenzahlen steigen in allen Altersgruppen. Die meisten Neuerkrankungen - 16 pro 1000 Einwohner und Jahr - treten im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf, bei Männern im Durchschnitt etwas früher als bei Frauen. Unter alten Menschen ist heute fast jeder dritte Diabetiker. Jedoch verlagert sich der Beginn des Typ 2 Diabetes in jüngere Altersgruppen.


2. Prävention kann Folgeschäden vermeiden!

Das Problem ist, dass der Typ-2-Diabetes bei bis zu 50% der Betroffenen über lange Jahre unentdeckt bleibt. Vor der Diabetesdiagnose liegt oft ein symptomfreier Zeitraum von bis zu 15 Jahren, in dem der Stoffwechsel langsam aber sicher aus dem Ruder läuft. Oft ist der Blutzucker schon erhöht (Hyperglykämie), aber es tut nicht weh und wird nicht bemerkt. Zum Zeitpunkt der Diagnose weist dann jeder zweite neu diagnostizierte Diabetiker bereits Folgeerkrankungen an Gefäßen, Nerven, Nieren, Augen oder anderen Organen auf.

Nicht selten führen Herzbeschwerden den Patienten zum Arzt, und bei dieser Gelegenheit wird Diabetes diagnostiziert - viel zu spät.

3. Je später die Diagnose, desto schneller schreitet die Krankheit fort

Typ-2-Diabetes hat als Vorstadien ("Prädiabetes"), die gestörte Nüchternglukose (Impaired Fasting Glucose, IFG) und die gestörte Glukosetoleranz (impaired glucose tolerance, IGT: Blutzucker beim OGTT mit 75g Glukose nach zwei Stunden zwischen 140 und 199 mg/dl).

Befindet man sich im Stadium des Prädiabetes mit gestörter Nüchternglukose und/oder gestörter Glukosetoleranz, besteht ein hohes Risiko für einen zukünftigen Diabetes bzw. eine kardiovaskuläre Erkrankung.

Redaktion: Ralf Schlenger




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