FINDRISK

FINDRISK-Fragebogen: einfach und schnell

Der FINDRISK-Fragebogen besticht durch Einfachheit, ist in Minutenschnelle erledigt. Er ist Teil eines dreischrittigen Konzeptes für ein nationales Präventionsprogramm (www.nafdm.de). Derzeit wird ein solches Programm in Sachsen mit Unterstützung von AOK, DAK und Innungskrankenkassen umgesetzt.

Aufbau

Acht einfache Fragen zielen auf die wichtigsten Risiken für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes:

  1. Alter: vier Altersgruppen, Risiko steigt kontinuierlich mit dem Alter
  2. Body Mass Index (BMI). Drei Gruppen, Risiko steigt insbesondere bei Adipositas (Fettsucht, BMI > 30).
  3. Taillenumfang: drei Risikogruppen je für Frauen und Männer, Risiko steigt deutlich bei Taillenumfang > 88 cm (Frauen) bzw. > 102 cm (Männer).
  4. Körperliche Aktivität: unter oder über 30 Minuten regelmäßige körperliche Bewegung täglich?
  5. Ernährung: Genügender Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkornbrot?
  6. Bluthochdruck: Einnahme blutdrucksenkender Medikamente?
  7. Blutzuckerwerte: Waren sie bei einer ärztlichen Untersuchung schon einmal erhöht?
  8. Diabetes in der Familie: Risiko erhöht besonders wenn nahe Verwandte betroffen sind/waren!

Aussage

Das Beantworten der acht Fragen ergibt eine Punktzahl, die aussagt, ob die Person

  • mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht erkannter Diabetiker ist (über 20 Punkte),
  • ein erhöhtes Risiko besitzt, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken (11-20 Punkte)
  • als Nicht-Risikoperson gilt (weniger als 11 Punkte).

Vorteile

  • einfach zu beantwortende Fragen
  • keine Laborwerte notwendig
  • sofort ein Ergebnis (Summenscore), das für den medizinischen Laien verständlich ist
  • Erfassung veränderbarer Faktoren (wie körperliche Aktivität und ballaststoffreiche Ernährung) als auch nicht beeinflussbarer Risiken (die Erblichkeit spielt bei Diabetes Typ 2 ein große Rolle)
  • einfache Verbreitung, geringe Kosten
  • niederschwelliges, einfaches und kostengünstiges Instrument
  • gut geeignet, um Bewusstsein für das Risiko zu schaffen

Nachteile

  • Angabe des Risikos nur in Kategorien, nicht so exakt wie der Deutsche Diabetes-Risiko Score
  • wahrscheinlich eher geeignet, ein hohes als ein niedriges Risiko zu entdecken
Aufwand: gering, wenige Minuten

Verbreitung

FINDRISK wird in Deutschland als Papier-Fragebogen ausgelegt (z.B. Apotheken, Wartezimmer) und in Printmedien, über Krankenkassen und im Internet verbreitet. Der FINDRISK-Fragebogen ist Teil eines dreischrittigen Konzeptes für ein nationales Präventionsprogramm (www.nafdm.de).

Datenbasis

FINDRISC (The FINnish Diabetes RIsk Score) wurde im Rahmen einer der wenigen großen Diabetes-Präventionsstudie entwickelt. Die finnische Präventionsstudie (Tuomilehto J et al, NEJM 2001;344:1343-1350) hatte bei Erwachsenen mit gestörter Glukosetoleranz belegt, dass eine Lebensstiländerung (Ernährung, Bewegung) nach 3,2 Jahren das Diabetesrisiko um 58% reduzieren kann.

Dem Fragebogen liegen prospektive und retrospektive Studien an Zufallsstichproben von jeweils über 6% der finnischen Bevölkerung zwischen 35 und 64 Jahren zugrunde. Sie wurden zehn bzw. fünf Jahre beobachtet. Prüfkriterium war medikamentös behandelter Diabetes, erfasst über ein Register der nationalen Krankenversicherung.


Der FINDRISC-Fragebogen umfasste ursprünglich die sieben Variablen Alter, BMI, Taillenumfang, Einnahme einer blutdrucksenkenden Medikation, anamnestisch hoher Blutzucker, körperliche Aktivität und Ernährung. Für die Praxis wurde er um die Variable "Familienanamnese Diabetes" als achte Frage ergänzt. Nach mehrjähriger Anwendung in Finnland wurde FINDRISK von der Projektgruppe Prävention (Prof. Dr. Hans Hauner, München, Dr. Peter Schwarz. Dresden) des Nationalen Aktionsforums Diabetes mellitus (NAFDM) für deutsche Verhältnisse validiert.

Online

Redaktion: Ralf Schlenger




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