Der Diabetes Typ 2 ist meist Teil einer komplizierten Störung der Regelung und der Abläufe in verschiedenen Körperzellen. Diese Störung wird zusammengefasst mit dem Begriff "Metabolisches Syndrom". Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen, welche mit Veränderungen der Arterien in Zusammenhang stehen, sind meist Folgen des Metabolischen Syndroms.
Eine bestimmte Art von Fettverteilung, der "Apfeltyp" (viel Bauchfett, wenig Fett im Bereich von Gesäß und Oberschenkeln) zusammen mit einer Insulinresistenz sind allgemeine Charakteristika des Metabolischen Syndroms.
Die Neigung zum Metabolischen Syndrom wird vererbt. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland hat diese Erbanlage. Mit zunehmendem Körpergewicht und zunehmendem Alter zeigen sich die einzelnen Facetten des Metabolischen Syndroms, welche sich gegenseitig verstärken.
In den letzten Jahren hat sich die Vorstellung über die Entstehung und die Bedeutung des Typ-2-Diabetes grundlegend gewandelt. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist beim Typ-2-Diabetes nicht der Insulinmangel das primäre Problem. Zu Beginn und über längere Phasen der Erkrankung bildet die Bauchspeicheldrüse sogar vermehrt Insulin.
Ein wesentliches Problem beim Typ-2-Diabetes besteht darin, dass das Insulin seine Wirkung an den Zielorganen Skelettmuskulatur, Fettgewebe und Leber nicht mehr richtig entfalten kann, man nennt dies Insulinresistenz. (Insulin ist für viele Körperzellen das Signal, den Energieträger Glucose aufzunehmen und weiter zu verarbeiten.)
Dies führt aber nicht allein zu einem Anstieg des Blutzuckers, sondern zu einer Vielfalt von Veränderungen des Ernergiestoffwechsels. So ist der erhöhte Blutzucker nur die Spitze des Eisbergs. Im Zentrum des Geschehens steht das "Metabolische Syndrom".
Metabolismus bedeutet Stoffwechsel, ein Syndrom ist das gleichzeitige Vorhandensein mehrere Gesundheitsstörungen, die sich z.T. gegenseitig beeinflussen und ein Krankheitsbild prägen. Zum Metabolischen Syndrom gehören neben einer Störung des Zuckerstoffwechsels u.a. Störungen des Fettstoffwechsels, des Gerinnungssystems und der Blutdruckregulation.
Ein wesentliches Merkmal des Metabolischen Syndroms ist der Bauchumfang. Nach den aktuellen Vorgaben liegt der Grenzwert für den Bauchumfang bei europäischen Männern bei 94 cm, bei Frauen bei 80 cm. Eine Zunahme des Bauchungfangs bedeutet eine Zunahme der Wahrscheinlichkeit der Entstehung und der Ausprägung eines Metabolischen Syndroms.
Mit Anzahl und Ausmaß der Komponenten des Metabolischen Syndroms steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine arterielle Verschlusskrankheit der Beine zu bekommen. Deshalb müssen beim Diabetes-Patienten nicht nur der Blutzucker, sondern auch die übrigen Komponenten des "Metabolischen Syndroms" registriert und, soweit es geht, eine Normalisierung angestrebt werden.
So kompliziert die Verflechtung der Risikofaktoren erscheint, so einfach ist die wichtigste Empfehlung, dieser komplexen Störung beizukommen: Regelmäßige körperliche Bewegung (je nach Alter und körperlicher Verfassung Sport oder auch Spazierengehen) ist das beste und natürlichste Mittel, fast alle Komponenten des Metabolischen Syndroms günstig zu beeinflussen. Versuchen Sie es!
Quelle: Dr. med. Günther Limberg
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