Typ-2-Diabetiker mit Insulinpumpe sind noch echte Exoten
Mein Name ist Ines, ich bin 37 Jahre alt und seit Mai 2000 Typ 2-Diabetikerin.
Vier Tage, nachdem mein Diabetes erkannt wurde, befand ich mich im Krankenhaus und wurde auf die ICT mit Actrapid und Protaphan eingestellt.
Die ICT klappte soweit ganz gut, nur bei meinem damals unregelmäßigen Tagesablauf (täglich wechselnde Arbeitszeiten, absolut unvorhersehbare Pausen- und Essenszeiten) und recht hohen Nüchternwerten von 7,5-8,5 mmol/l waren weder ich noch meine Diabetologin mit der Einstellung zufrieden. Als ich von einem Mitglied unserer Selbsthilfegruppe hörte, dass sie Pumpenträgerin ist, fing ich an, mir Gedanken über diese Therapie zu machen.
Ich hörte mich um, besorgte mir Informationsmaterial und fand es gut, wenn ich mit so einem Gerät meine "Grundversorgung" abdecken könnte. Bei meiner Diabetologin traf ich zum Glück auf offene Ohren. So bekam ich eine Einweisung ins Krankenhaus und dort am 21.08.2002 meine erste Pumpe.
Die Einstellung im Krankenhaus klappte ohne Probleme und ich erhielt endlich sogar eine Diabetikerschulung!
Seither bin ich, was die Diabetes-Einstellung angeht, sehr zufrieden. Auch wenn ich die Verantwortung nicht an die Pumpe abgeben konnte, dass die Blutzuckermessung weiterhin erforderlich ist, wurde vieles einfacher. Ich brauche mir keine Gedanken zu machen, wenn ich erst um 14:00 Uhr Mittag esse, dass der Spritzrhythmus durcheinander gerät; höhere Werte können schnell und problemlos reguliert werden; der Bolus kann diskret per Knopfdruck abgerufen werden usw.
Meine Nüchternwerte sind gesunken (6,4-7,5 mmol/l) und der HbA1c ist mit 6,2% auch okay. Das Einzige, womit ich noch nicht ganz zufrieden bin, ist, dass sich meine Hoffnung auf eine Gewichtsreduktion (essen wenn ich Hunger habe und nicht, weil die nächste Spritze fällig ist) noch immer nicht erfüllt hat. Aber daran wird wohl kaum die Pumpe schuld sein!!!
Auch wenn Typ-2-Diabetiker mit Pumpe noch echte Exoten sind, kann ich diese Therapieform nur empfehlen, da sie mir bisher nur Gutes gebracht hat. Selbst meine "Nadelphobie", die mir den Start als insulinpflichtige Diabetikerin erschwert hatte, hat sich gelegt. Die kleine Nadel, die im Fettgewebe steckt, spürt man überhaupt nicht. Außerdem hat mir die anfängliche Probezeit von drei Monaten bei der Entscheidungsfindung sehr geholfen. Ohne Probleme hätte ich die Pumpe wieder abgeben und zur ICT zurückkehren können.
DAS WIRD ABER MIT SICHERHEIT NICHT PASSIEREN!
Ines L.