Kopf hoch, immer mal was Neues ausprobieren
Ich, 41, trage seit Januar 1999 eine Insulinpumpe. Mein Diabetologe hat mich 1996 auf diese Form der Insulinbehandlung aufmerksam gemacht, da ich vorher einige schwere Unterzuckerungen, teilweise mit Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen, hatte.
Mein zweites Problem lag darin, dass meine BZ-Werte morgens bis ca. 4:00 Uhr vollkommen im Normbereich lagen, danach aber sprunghaft anstiegen, teilweise bis zu 250 mg/dl.
Zuerst versuchte ich diese Spitzen mit Semilente spätabends abzudecken. Als sich aber der erwünschte Erfolg nicht einstellte, habe ich mich nach Absprache mit meinem Diabetologen dazu durchgerungen, jeden Morgen um 3:30 Uhr meinen BZ zu messen und dann 2 bis 5 IE Altinsulin zu spritzen und eine Schulung zur Pumpentherapie mitzumachen.
Nach vier Wochen lagen meine Nerven aufgrund des miserablen Schlafrhythmus ziemlich auf Grundeis. Ich war danach, trotz meiner anfänglichen Bedenken gegenüber einer Pumpe sehr froh, als es dann endlich so weit war, und war von Anfang an begeistert.
Nicht nur, dass sich nach einer gewissen Gewöhnungsphase (was aber bei jedem Pumpenträger der Fall ist) meine Nachtblutzuckerwerte wieder normalisierten, auch die anderen Annehmlichkeiten, wie unabhängige Essenszeiten, schlafen solange man möchte (die Liste ließe sich beliebig weiterführen), sind absolut nicht zu verachten.
Nach einigem Hin und Her habe ich nach einer gewissen Zeit auch den für mich passenden Katheter gefunden (ich benutze einen mit 6 mm-Stahlkanüle und komme prima damit zurecht). Ich kann eigentlich nur sagen, dass die Pumpenbehandlung für mich persönlich die beste Therapieform ist. Ich fühle mich im Ganzen viel besser, bin durch die guten BZ-Werte auch längst nicht mehr so oft krank (Erkältungen, Blasenentzündungen) wie früher.
Mein Rat: Kopf hoch, immer mal was Neues ausprobieren und vor allem Geduld haben!
Mit freundlichen Grüßen an alle "Süßen"
Hildegard L.