Diabetische Augenveränderungen (Retinopathie)


Sie sind bei uns die häufigste Ursache der Erblindung.

Bei Verschlechterung oder Verbesserung der Blutzuckerwerte (z. B. Neueinstellung) können Sehstörungen auftreten, die durch Veränderungen des Flüssigkeitsgehalts der Linse bedingt sind. Diese sind nur vorübergehend und entsprechen keiner echten Schädigung.

Diabetiker neigen verstärkt zu einer Linsentrübung (grauer Star). Die eigentlichen Spätschäden enstehen am Augenhintergrund (Aderhaut und Netzhaut, lateinisch Retina) und heißen daher Retinopathie.

Der Betroffene bemerkt Veränderungen erst, wenn bleibende Schäden vorhanden sind. Diabetiker müssen daher regelmäßig den Augenhintergrund beim Augenarzt kontrollieren lassen. Wenn keine oder nur geringe Veränderungen vorhanden sind 1x pro Jahr, ansonsten halbjährig oder nach Empfehlung des Augenarztes. Die Häufigkeit und der Befund der augenärztlichen Untersuchungen sollte in den Gesundheitspaß Diabetes eingetragen sein.

Es gibt grundsätzlich 3 verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:
  • Vorbeugung

    • Es ist wissenschaftlich belegt, dass eine gute Blutzuckereinstellung der Entwicklung von Spätschäden oder dem Fortschreiten von vorhandenen Schäden vorbeugt.

    • Neben der Blutzuckereinstellung ist eine gute Blutdruckeinstellung besonders wichtig (Grenzwerte: siehe "Erkrankung der großen Gefäße")



  • Photo-/Laserkoagulation

    Die Technik wurde 1959 in Deutschland entwickelt (von Meyer-Schwickerath). In lokaler Betäubung werden mittels Laserstrahl gezielt geschädigte Teile der Netzhaut zerstört. Hierdurch verbessert sich die Durchblutung der gesunden Anteile und entzündliche Veränderungen bilden sich zurück. Bei fortgeschrittener Schädigung müssen dabei große Teile der Netzhaut mit dem Laser verkocht werden, um den wichstigsten Teil der Netzhaut, den Punkt des schärfsten Sehens, zu schützen.


  • Glaskörperchirurgie

    Durch eine kleine, operativ geschaffene Öffnung des Augapfels können mittels chirurgischer Instrumente oder Vereisungstechniken Trübungen aus dem Glaskörper des Auges entfernt und die Netzhaut wieder an die ernährende Aderhaut angelegt werden. Durch die klare Sicht ist dann auch manchmal wieder eine Laserbehandlung möglich.


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