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Schnelle und langsame Insuline
Alle Insulinsorten bewirken im Prinzip das Gleiche: Aufnahme von Zucker (Glucose) in die Zellen. Sie unterscheiden sich aber im zeitlichen Ablauf ihrer Wirkung - in Wirkeintritt, Wirkdauer und Wirkprofil (nach wieviel Zeit ist die stärkste Wirkung zu erwarten?)
Der Arzt wird gemeinsam mit Ihnen in Abhängigkeit von Ihren Therapiezielen, Ihrem Tagesablauf, Ihren Bedürfnissen und Wünschen eine oder mehrere Insulinsorten auswählen. Spritzzeitpunkt, Menge und Kombination - eventuell auch mit zusätzlichen Tabletten - werden individuell festgelegt.
Man unterscheidet:
- Schnelle Insuline mit schnell einsetzender Wirkung und kurzer Wirkdauer. Sie werden zu den Mahlzeiten im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie oder zur Korrektur bei Überzucker verwendet und heißen daher auch "Mahlzeiten-" oder "Bolus-Insuline".Zu den schnellwirkenden Insulinen gehören:
- Normalinsulin (= Altinsulin), dessen Wirkung nach 10 bis 30 Minuten einsetzt und etwa vier Stunden anhält. Wer Normalinsulin zu den Mahlzeiten spritzt, muss unter Umständen und je nach Dosis 10 bis 30 Minuten Spritz-Ess-Abstand einhalten. Nach der Mahlzeit muss mit einer eventuell anhaltenden Insulinwirkung gerechnet werden (Unterzuckergefahr).Beispiele aus Rote Liste 1.1.05
Insulin B.Braun ratiopharm® Rapid U100, 3ml (B.Braun)
Berlinsulin® H Normal U100, 3ml (Berlin-Chemie AG)
Huminsulin® Normal 100 I.E/ml 10 ml (Lilly)
Actrapid® Penfill® 3ml 100 I.E./ml (Novo Nordisk)
Insuman® Rapid 100 I.E./ml 3ml (Sanofi-Aventis)
Info-Tipp: Übersicht der verfügbaren Insuline - Kurzwirkende Insulinabkömmlinge (Insulinanaloga), deren Wirkung schon nach fünf Minuten einsetzt und etwa 2-3 Stunden anhält. Wegen der schnell einsetzenden Blutzuckersenkung wird zeitgleich mit der Injektion gegessen. Auch eine Injektion im Anschluss an die Mahlzeit ist noch möglich (Vorteil, wenn Mahlzeitenmenge nicht vor dem Essen feststeht, z.B. bei Kindern). Diese Insuline eignen sich hervorragend für die intensivierte Insulintherapie. Die Gefahr von Unterzucker durch anhaltende Insulinwirkung ist geringer als bei anderen Insulinen.Verfügbar sind beispielsweise (Frühjahr 2008):
Liprolog® 100 U100, 10ml (Berlin-Chemie AG)
Humalog® 100 I.E./ml 10 ml (Lilly)
Apidra® 100 E/ml 10ml (Sanofi-Aventis)
- Normalinsulin (= Altinsulin), dessen Wirkung nach 10 bis 30 Minuten einsetzt und etwa vier Stunden anhält. Wer Normalinsulin zu den Mahlzeiten spritzt, muss unter Umständen und je nach Dosis 10 bis 30 Minuten Spritz-Ess-Abstand einhalten. Nach der Mahlzeit muss mit einer eventuell anhaltenden Insulinwirkung gerechnet werden (Unterzuckergefahr).Beispiele aus Rote Liste 1.1.05
- Verzögerungsinsuline mit langsam einsetzender Wirkung, jedoch längerer Wirkungsdauer. Diese Insuline überbrücken die Zeiten zwischen den Mahlzeiten und die Ruhephasen, z.B. in der Nacht. Sie dienen entweder als Basalinsuline in einer intensivierten Insulintherapie oder sie werden im Rahmen einer konventionellen Insulintherapie gemischt mit einem kurzwirkenden Insulin.Zu den Verzögerungsinsulinen gehören:
- Mittellang wirkende Verzögerungsinsuline (Intermediärinsuline) mit einer dosisabhängigen Wirkdauer von 8 bis 18 Stunden: NPH-Insuline. (Früher standen zudem Zink- und Surfen-Insuline zur Verfügung, die aber in Deutschland nicht mehr angeboten werden.)
- Langwirkende Basalinsuline mit einer Wirkdauer um ca. 24 Stunden. Hier dominieren synthetische Insulinabkömmlinge (Insilinanaloga) mit einer sehr langen und gleichmäßigen Insulinwirkung.Verfügbar beispielsweise (im Frühjahr 2008):
Lantus® 100 I.E./ml 10ml - Insulin glargin (Sanofi-Aventis)
Levemir® FlexPen® 3ml 100 I.E/ml (Novo Nordisk)
- Kombinationsinsuline sind fertige Mischungen aus verschiedenen Insulinsorten. Sie enthalten meist 20-30% schnellwirkendes und 80-70% langwirkendes Insulin. Ein bis zwei Spritzen eines solchen fixen Mischinsulins werden bei der konventionellen Insulintherapie verwendet, die einfach in der Durchführung, aber relativ weit von der natürlichen Insulinsekretion entfernt ist (s.u.).
| Grundlagen Insulintherapie | |
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| Eine Übersicht über genaue Wirkprofile der Insuline finden Sie hier. | |
Individuell unterschiedliche Wirkung!
Die Zeitangaben zu Wirkeintritt, Wirkmaximum und Wirkdauer von Insulinen können nur als Anhalt gelten:
- Höhere Dosis verzögert Wirkeintritt, verlängert Wirkung (weniger bei schnellen Analog-Insulinen).
- Die Aufnahme Insulin des gespritzten Insulins aus dem Unterhaut-Fett-Gewebe in das Blut kann von Person zu Person, aber auch bei der selben Person von Tag zu Tag schwanken.
Deshalb sind regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers und das Sammeln von eigenen Erfahrungswerten sehr wichtig.

