Wer abnehmen will, muss sich mehr bewegen und seine Essgewohnheiten umstellen. Schlankheitsmittel können diese persönlichen Verhaltensänderungen nicht ersetzen, sondern im besten Falle nur unterstützen. Ohne die individuelle und langfristige Anstrengung, dem Körper mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung zu gönnen, bewirken Schlankmacher - wenn überhaupt - nichts positives.
Der Schlankheitspillen-Markt scheint bei vielen geschäftstüchtigen Zeitgenossen eine Art Goldrausch auszulösen. Immer neue Nahrungsergänzungsmittel werden als Wunderwaffen gegen Übergewicht angeboten und beworben. "Wer hofft, seine überzähligen Pfunde allein durch Tabletten dauerhaft ohne Nebenwirkungen verlieren zu können, irrt leider", so Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
"Das Versprechen, schnell und ohne Diät nach Belieben abzunehmen, ist schlicht Quacksalberei. Wer sich unabhängig informieren will oder Hilfe beim Abnehmen braucht, kann mit seinem Apotheker sprechen." Bundesweit haben sich mehr als 2.000 Apotheker auf Ernährungsberatung spezialisiert. Wenn eine Ernährungsumstellung nicht den gewünschten Erfolg hat, sollten Verbraucher, die ihr Übergewicht loswerden wollen, in erster Linie zu zugelassenen Medikamenten greifen statt zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Schlankheitsmittel von dubiosen Internethändlern enthalten oft riskante Inhaltsstoffe, über die der Käufer keine oder nur unklare Informationen erhält. Ein so gut wie nicht kalkulierbares Risiko wird bei den im Internet erhältlichen Präparaten direkt mitgeliefert. Bei einem Testkauf der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2007 stellten 13 von 16 über das Internet bezogene Schlankheitsmittel eine Gefahr für die Gesundheit dar.
Schmidt: "Verbraucher sollten heute bei Bestellungen bei dubiosen Internethändlern sehr kritisch sein, denn der Handel mit gefälschten Präparaten hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen." In einer Online-Umfrage gaben mehr als 50% der Befragten an, schon einmal Schlankheitsmittel ausprobiert zu haben.
Apotheken verfügen über Medikamente, die das Abnehmen bei einer Ernährungsumstellung unterstützen können. Je nach Wirkstoff und Dosierung sind sie rezeptfrei oder verschreibungspflichtig. Als Nebenwirkungen sind je nach Wirkstoff unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit, erhöhter Blutdruck oder Kopfschmerz möglich. Abführmittel oder Diuretika sind grundsätzlich nicht als Diäthilfen geeignet. Ganz und gar unbedenklich sind Füll- und Quellstoffe, wie zum Beispiel Weizenkleie, wenn für eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr gesorgt ist.
[14.01.2010] Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
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